Archiv für den 22. Januar 2006

Bedeutende Giorgione-Ausstellung in Wien

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Aus dem Leben des italienischen Malers Giorgio da Castelfranco, genannt Giorgione, ist kaum etwas bekannt. Darüber hinaus ist sein Œuvre verschwindend klein. Nur 25 Werke gelten als gesichert.

Der Einfluss Giorgiones auf andere Maler ist so groß, dass beispielsweise Tizians Frühwerke kaum von seinen Arbeiten unterscheidbar sind. Giorgione verhilft dem Licht mittels einer speziellen Farbgestaltung zu neuen Dimensionen. Dies erreicht er durch die Anwendung lasierender Techniken und die Farbwahl der Niederländer, die er mit Leonardos „sfumato“ – den berühmten weichen Übergängen und Abstufungen – gekonnt kombiniert. Seine geheimnisvollen Sujets fordern zu einer Vielzahl von Interpretationen heraus.

Die Ausstellung „Giorgione – Mythos und Enigma“ ist bis zum 11. Juli zu sehen. Geöffnet ist täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr.

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22. Januar 2006

19 Design-Sterne für eine Nacht

Hinter einer leuchtenden Hotelfassade in Madrid werden Immobilienträume wahr: Jedes Stockwerk wurde von einem anderen Architekten gestaltet

Manche Leute gehen in Architekturmuseen, um Werke berühmter Architekten zu sehen. Andere sehen sich nach Bauausstellungen in Form von Musterhausparks um. Modern ist, mit solchen Intentionen ein Hotel aufzusuchen. Das „Puerta América“ in Madrid ist ein Architektur-Erlebnispark.

Wer vom Flughafen der spanischen Hauptstadt in die Innenstadt fährt, sieht bald auf der rechten Seite eine bunte Hochhausfassade aus dem Häusermeer der Avenida América auftauchen: Sie gehört zum Hotel „Puerta América“, das das Konzept der Designerhotels auf die Spitze treibt: Jedes der zwölf Stockwerke wurde von einem anderen weltberühmten Architekten gestaltet.

Begonnen hat dieser „Bienenkorb der zeitgenössischen Interieur-Gestaltung“ mit einem schlichten Rohbau, der so unscheinbar und langweilig aussah, daß der Leiter der „Hoteles Silken“-Gruppe die Idee hatte, 19 international bekannte Architekten und Designer einzuladen, um aus dem Bau einen spektakulären „Schnittpunkt der unterschiedlichsten Architektur- und Designkonzepte“ zu machen.

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22. Januar 2006

„Farbe bekennen“

Was soll daran schön sein? Eine oft gestellte Frage im Angesicht vor allem moderner Gebäude. Der Bund Deutscher Architekten (BDA) will der Öffentlichkeit Maßstäbe und Kriterien zur Beurteilung der Qualität von Gebäuden an die Hand geben. Peter Korfmacher sprach mit Eberhard Pfau, Architekt aus Dresden und Vorsitzender des sächsischen BDA.
Frage: Kaum eine andere kulturelle Gattung ist so allgegenwärtig wie Architektur – und doch wird kaum eine so wenig bewusst wahrgenommen. Warum ist das so?

Eberhard Pfau: Dass die Gestaltung der Innenstädte nicht wahrgenommen wird, glaube ich nicht. Wenn man das Interesse sieht in Dresden die Bebauung am Neumarkt, rings um die Frauenkirche, oder an der Leipziger Uni-Bebauung, dort wo die Paulinerkirche stand. Da wird genau hingeschaut. Auch mit großer Skepsis vor moderner Architektur. Die Architekten sind gefordert, im historischen Umfeld, moderne Architektur zu entwickeln, die ähnliche Identitäten stiften kann. Dazu muss der Architekt Farbe bekennen.

Wie?

Wenn ein wichtiges Gebäude gebaut wird, sucht man den Architekten über einen Wettbewerb. Dann werden beispielsweise 40 Entwürfe ohne Namensnennung eingereicht. Eine Jury sucht den Ersten Preis. Erst nach der Preisverteilung werden die Briefumschläge geöffnet, die Architekten genannt. Welcher andere Berufszweig kommt so zu seinen Aufträgen? Umso wichtiger ist es, dass der Architekt auch als Autor genannt wird. Bauherr, Bausumme, Zeitverzug, Termineinhaltung kommen zur Sprache. Der Architekt oft nicht. Das sollte sich ändern. Nicht der Eitelkeit wegen, sondern um zu vermitteln, dass hinter den komplizierten Bauten der Gegenwart Personen stehen. Aber genauso wichtig ist es natürlich, dass ein Gebäude mit seinem Gestaltungsumfeld in Balance steht. Das war früher eine Selbstverständlichkeit.

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22. Januar 2006

Christoph Wetzel gab der Dresdner Frauenkirche ihre Evangelisten zurück

Von Ingeborg Ruthe

Von Nahem besehen ist die Dresdner Frauenkirche ein Berg, die Kuppel wuchtig, massiv, unbezwingbar. Vom Neustädtischen Elbufer her hingegen scheint sie zu schweben, leicht tanzt die „Steinerne Glocke“ im Himmel. In fünf Tagen, am Vorabend des Reformationstages, ist Kirchweih. George Bährs barocker Ausnahmebau ist wieder Wahrzeichen von Dresden: Gotteshaus, Museum, Konzerthaus, Symbol auch des Stifter- und Spendergeistes. Alle Welt gab Geld, um aus der Kriegsruine wieder eine Kirche werden zu lassen.

Christoph Wetzel hat den baumbewachsenen Trümmerhaufen auf dem Neumarkt ein paar Mal gemalt, noch Anfang der Neunziger. Er hätte sich nicht träumen lassen, dass er, ein im Stillen arbeitender Porträtmaler, später so etwas Spektakuläres tun würde, wie die Kuppel der neuen Frauenkirche auszumalen. Er hatte keine Neigung zur Wandmalerei, ebenso wenig zog es ihn zu übergroßen Formaten.

Den Kopf weit in den Nacken gelegt, bis es schmerzt, nur so kann man die pastellfarbenen Kuppelbilder sehen, mit den acht Gestalten, dem Evangelisten-Quartett und den Allegorien der christlichen Tugenden Glaube, Liebe, Hoffnung und Barmherzigkeit. Die Figuren sehen ganz leicht aus, als schwebten sie, fast wie von Weitem die Steinkuppel am Himmel über der Stadt. Nicht bloß Kuppeln, auch Heilige stehen ja über den Dingen, sind erhaben, entrückt, aber eindrücklich da mit ihrer Botschaft. „Je höher der Blick geht“, so der Maler, „desto leichter müssen die Formen sein.“

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22. Januar 2006

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