Archiv für Juni 2006

Kirche erstrahlt in neuem Glanz

Von

Ruth Weil

GAU-BICKELHEIM Die Innenrenovierung der über 150 Jahre alten Pfarrkirche St. Martin in Gau-Bickelheim geht langsam ihrer Vollendung entgegen. Auch der alte Altar wurde restauriert. Schon im Jahr 2003 hatten die Gau-Bickelheimer die Weihe des Altares durch den Bischof Karl Kardinal Lehmann als Schlusspunkt vorgesehen. Trotz der noch nicht ganz abgeschlossenen Renovierungsarbeiten hat man jedoch an diesem Termin festgehalten und wird am Sonntag, 25. Juni, 10.30 Uhr, mit einem Gottesdienst die Altarweihe feiern.

Nicht ohne Probleme und nicht ganz einmütig gingen die Vorbereitungen zur Renovierung vonstatten. Der Verwaltungsrat, Pfarrer Werner Fey und das Dezernat Bau- und Kunstwesen vom Bistum Mainz waren sich nicht immer einig über die farbliche Innengestaltung der Kirche, die aus der Zeit des Spät-Klassizismus im Rundbogenstil errichtet wurde. Das Mainzer Dezernat, dessen Leiter Johannes Krämer ist, schlug eine Stilgestaltung vor aus der Zeit, in der die Kirche erbaut wurde. Was die Farbgestaltung bei der Innenausmalung anging, so war von der Diözese die Anlegung einer Musterachse angeregt worden, um auch die Gemeinde an der Entscheidungsfindung zu beteiligen. Die von Mainz vorgeschlagene Variante machte die Kirche düster. Verwaltungsrat und Pfarrer konnten sich hierzu nicht einverstanden erklären und waren der Meinung, dass sich die Menschen von heute in dieser Kirche wohl fühlen müssen. Es schlossen sich viele und auch schwierige Beratungsgespräche an, in denen man sich auf die hellere Variante einigte.

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29. Juni 2006

Runde Formen machen nicht so viel Angst

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Zur Schau: Matthias Sauerbruch über Orte, Formen und Farben

Sie haben hier in der Stadt den Wettbewerb für die ADAC-Hauptverwaltung an der Hansastraße beim S-Bahnhof Heimeranplatz 2004 gewonnen, aber naturgemäß sind die Münchner viel neugieriger auf das Wachsen des Gebäudes für die Sammlung Brandhorst. Die Ausstellung „1 2 3 4 die architektur von sauerbruch hutton“ in der Pinakothek der Moderne widmet sich allerdings nicht nur dem Museum. Dass Louisa Hutton und Matthias Sauerbruch mehr im Sinn haben als den Einzelbau, macht letzterer schnell klar.

Wie hält man die Balance, seine eigene Architektur in ein Umfeld einzufügen und doch ein profiliertes Werk zu schaffen?
Matthias Sauerbruch: Wir versuchen, die positiven Qualitäten eines Ortes zu entdecken. Beim ADAC-Bau dachten wir: Da sind Hopfen und Malz verloren – so eine verlassene Gegend! Dann wurde uns die Zweireihigkeit deutlich. Da die Eisenbahn mit ihrem Graben, dort die Straße mit Wohnquartier. Unsere Gebäude sollen das Positive der Gegend herausheben. Wir analysieren die Umgebung durch mehrfache Begehung, Fotodokumentation, Videos – und auch Kartenstudium, um einen „abstrakteren“ Blick zu bekommen.

Ihre Häuser und Entwürfe sind mal organisch gerundet, mal rechtwinkelig korrekt.
Sauerbruch: Das liegt eben auch an der Lage und der Rolle im städtebaulichen Kontext oder daran, ob ein Bau Front und Rückseite hat. Beispiel Umweltbundesamt. Das ist ein sehr großes Gebäude. Wenn man es axial anlegt, wirkt es so mächtig, dass man als Einzelner gar nix mehr ist. Das wollen wir vermeiden. Die runden Formen bieten eine Vorstellung von Körperlichkeit – die macht nicht so viel Angst. In einer anderen Situation würde das nicht gleichermaßen funktionieren; wir wollen nicht mit Gewalt alles organisch bauen. Entscheidend ist die Mischung aus Funktion im Innern und dem Auftritt in der Stadt.

In der Ausstellung sieht man jetzt schon konkret die Farbgestaltung des Brandhorst-Museums.

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29. Juni 2006

Zum 100. Geburtstag von Carlo Scarpa

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Carlo Scarpa, der 1978 gestorben ist, wäre heute, am 2. Juni 2006, hundert Jahre alt geworden. Scarpa gehört zu den wichtigsten Architekten der italienischen Moderne. Durch seine Lehrtätigkeit, seine Entwürfe und Projekte prägte er die Architektur des 20. Jahrhunderts entscheidend.

Scarpas Architekturverständnis stützt sich auf einen planerisch-konzeptionellen Ansatz sowie handwerkliches Fachwissen. Handskizzen und Zeichnungen sind in seinem Werk besonders wichtig, seine Bemühungen um Skizzen und Werkpläne führten immer wieder zu Pausen seiner Bautätigkeiten. Seine Detailversessenheit ist verbürgt.

Scarpas Bedeutung für die Moderne ist weniger in seinen Neubauten selbst als in seinem intuitiven Umgang mit Licht in der Architektur zu sehen. Die Beschäftigung mit Murano-Glas – mit Farbe, Material Lichtbrechung, Lichtlenkung – hat sein Verständnis von und seinen Umgang mit Licht geprägt. Auch die Verwendung von Glas in der Architektur, wie bei der Fassade der Banca Popolare die Verona, zeugen von seiner Kenntnis, Licht in Architektur zu destillieren.

Von Scarpa könnten viele der globalisierten, multinationalen Architekten der Gegenwart lernen, dass kulturelle Vielfalt ein Geschenk – und eine Voraussetzung für das Entstehen des wirklich Neuen ist.

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4. Juni 2006


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