Archiv für den 26. August 2006

BEF-Treffen bei Farbinfo 2006 // Wilhelm-Ostwald-Gedenkstätte

von Christiane Brune-Wiemer

Der Bund der europäischen Farbberater und -designer wird auch in diesem Jahr sein Herbst-Mitgliedertreffen während der Farbinfo 2006 veranstalten.

Zusätzlich zur Tagungsteilnahme an der Farbinfo 2006 bietet der BEF seinen Mitgliedern und allen Interessierten am 28. September eine Besichtigung der Wilhelm-Ostwald-Gedenkstätte in Großbothen an. Eine Führung sowie ein Vortrag wird die Besichtigung abrunden.

Wer war Wilhelm Ostwald, welche Bedeutung hat er für die Farbenlehre?

180px-oswaldscher_doppelkegel.jpg

1853 in Riga geboren, begann Ostwald 1872 ein Chemiestudium an der Universität Dorpat (heute Tartu, Estland). Verschiedene berufliche Stationen führten ihn von Riga über Leipzig nach Amerika. 1905 war er an der Harvard University als erster deutscher Austauschprofessor tätig. Nach seiner vorzeitigen Rückkehr 1906, ließ sich Ostwald in Großbothen bei Dresden nieder. Hier arbeitete er bis zu seinem Tode als freier Wissenschaftler.

Ostwald gilt als Begründer und Organisator der physikalischen Chemie. 1909 wurde ihm der Nobelpreis für Chemie verliehen für seine Forschungen auf dem Gebiet der Katalyse sowie für seine grundlegenden Untersuchungen über chemische Gleichgewichtsverhältnisse und Reaktionsgeschwindigkeiten.

Ab 1914 widmete sich Ostwald der Farbenlehre. Seine Faszination über die Farbenharmonien und deren vielfachen Kombinationsmöglichkeiten bildete die Forschungsgrundlage zur Entwicklung eines ästhetisches Farbsystems. Der Ostwaldsche Doppelkegel (siehe Abb. oben) ist das Ergebnis eines auf der Harmonielehre aufgebauten Farbsystemes. Die physikalischen Gegebenheiten einer Farbempfindung wurden dabei von Ostwald aber ebenso berücksichtigt. Aufbauend auf reinen Körperfarben, erfasste er eine repräsentative Auswahl von Farben und ordnete sie in einem Körperfarbenraum an, wobei die Parameter des Farbgehaltes, des Weiß- sowie Schwarzgehaltes die Anordnung bestimmten.

24 voll gesättigte Farbtöne liegen seinem Farbkreis zugrunde, er nennt sie: Vollfarben und kennzeichnet sie von 1-24. Aus ihnen entwickelt er seinen Doppelkegel, der in der Standardversion 680 Farben, darunter 24 Grundfarben in je 28 Abstufungen und 8 Grautöne, enthält.

Das Streben und Bemühen um die Farbharmonie führte ihn zu der Erkenntnis, daß die „richtige Ordnung“ der Farben, der Grund für die Harmonie sein müßte. Aufbauend auf seinem „Hauptsatz der Farbenharmonik“ entwickelte Ostwald seine Harmonielehre.

26. August 2006

Farbe univers 26.09.-01-10.2006

Dresden

Jahrestagungen von DfwG und DFZ

Unter dem Motto „Farbe univers“ werden – als ein Novum in der über 30jährigen Geschichte beider Gesellschaften – die „Jahrestagung 2006“ der DfwG und die „Farbinfo ’06“ des DFZ im Zeitraum vom 26. September bis 1. Oktober 2006 aufeinander abgestimmt an einem Tagungsort stattfinden; Gastgeber hierfür sind das Institut für Grundlagen der Gestaltung und Darstellung (IGGD) der Fakultät Architektur, die Kustodie mit den Universitätssammlungen Kunst + Technik, sowie das Institut für Angewandte Photophysik (IAPP) der Technischen Universität Dresden.

Wie der für die TU Dresden und die „Sammlung Farbenlehre“ am Institut für Grundlagen der Gestaltung und Darstellung verantwortliche Projektleiter, PD Dipl.-Ing. Eckhard Bendin, sagte, werde damit dem hohen wissenschaftshistorischen Rang Dresdens für die Farbe gerade im Jahr der „Stadt der Wissenschaften 2006“ Rechnung getragen: „Von Dresden ergingen wesentliche Impulse und Beiträge zur Entwicklung der Farbwissenschaft“; dieser wiederum sei eine „Schlüsselrolle bei der Entwicklung sowohl der chemischen Industrie, als auch der Textilindustrie und damit der Industrialisierung Deutschlands überhaupt“ zugefallen.

Zugleich hob Bendin die „hervorragende Bedeutung vor allem auch der ‚Historischen Farbstoffsammlung‘ am Institut für Organische Chemie der TU Dresden“ sowie der ‚Herrmann-Krone-Sammlung‘ zu den Anfängen der wissenschaftlichen Photographie am Institut für Angewandte Photophysik hervor.

weiterlesen…

Die detaillierten Programme der jeweiligen Veranstaltungen finden sie unter:
www.dfwg.de
www.deutsches-farbenzentrum.de
www.arch.tu-dresden.de

26. August 2006

Marlene Tseng Yu „Forcess of Nature III“ 06.09. – 09.10.2006

a4_forest_ray.jpg

Vom 6. September bis 9. Oktober 2006 wird in der Landesgalerie Burgenland in Eisenstadt die erste Österreich- Ausstellung der internationalen New Yorker Künstlerin Marlene Tseng Yu unter dem Titel „Forcess of Nature“ präsentiert.

Die Werkschau umfasst ausgesuchte Großformate aus Ihrem Oeuvre, dass hauptsächlich Umwelt und Natur zum Thema hat. Marlene Tseng Yu liebt es, sich großflächig mit Acryl auf Leinen auszudrücken. Sie verwendet Formen der Natur, die Sie in explosiver Farbgestaltung abstrahiert.

Über die Künstlerin:
Marlene Tseng Yu, geb.1937 in Hua-Lian, Taiwan. Sie kam 1963 in die USA und erwarb 1967 ihr Diplom an der Universität von Colorado. Sie ist Kurator der Kunstbewegung Forces of Nature und Gründerin und Kuratorin der Rain Forest Art Foundation. Ihre internationale Ausstelllungstätigkeit umfasst zahlreiche Einzelausstellungen in Asien, Europa und U.S.A. sowie unzählige Ausstellungsbeteiligungen.

Ihre Arbeiten wurden mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnet. Über 1000 ihrer Werke sind in öffentlichen und privaten Kunstsammlungen weltweit vertreten. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Soho, New York City.

Ort:
Burgenländische Landesgalerie
Esterházyplatz 5
vis á vis Schloss Esterházy – ehem. Stallungen
A-7000 Eisenstadt
Österreich

Öffnungszeiten:
Dienstag-Samstag: 9:00-17:00 Uhr
Sonn- und Feiertag: 10:00-17:00 Uhr

26. August 2006

Waldspirale: Wohngefühl à la Friedensreich Hundertwasser

deobre.jpg

Hinterhöfe – in diesem Fall ist es ein Innenhof – eignen sich selten zum Vorzeigen. Sie sind wie Dörfer in der Stadt, und die Nachbarschaft hat dort einen hohen Stellenwert. In einer Serie stellen wir einige dieser natürlich gewachsenen Darmstädter Gemeinschaften vor.

Nehmen wir an, Friedensreich Hundertwasser könnte von Wolke sieben aus auf die Darmstädter Waldspirale herabblicken. Wäre er zufrieden mit seinem letzten Werk? Die Einweihung im September 2000 hatte der Wahl-Neuseeländer nicht mehr erleben dürfen: Er ist ein halbes Jahr vorher gestorben. Seit sechs Jahren überragen die goldenen Märchenschlosskuppeln nun schon das Bürgerparkviertel. Tausende – einheimische Neugierige wie ausländische Touristen – haben mit verrenkten Köpfen das Gebäude mit den 105 Wohnungen und den 1033 unterschiedlichen Fenstern von außen bewundert.

Bäume, die aus Fenstern gucken, ein künstlicher Bach und Grünflächen, auf denen Unkraut sprießen darf, bringen den Stadtmenschen die Natur bis vor die Haustür, ja sogar ins Haus hinein. Manche hegen und pflegen ihre vom Künstler verordneten „Baummieter“, anderen sind sie schnuppe. Rundungen, kunterbunte Säulen und ein den Erdschichten farblich nachempfundener Außenputz machen den Mietern jeden Tag Ecken, Kanten, gerade Linien und monotone Farbflächen madig.

Wie wirkt sich die sinnenfrohe Ästhetik von Darmstadts einziger bewohnbarer Sehenswürdigkeit auf die Mieter aus? Mutwillige Zerstörungen kämen in und an der Waldspirale nicht vor, ebenso wenig Graffitikritzeleien, versichert Jürgen Müller von der Bauverein AG. Ihm liegt die Waldspirale seit dem ersten Erdaushub am Herzen, und er dürfte Darmstadts bester Kenner des geschwungenen Baus sein. Die Achtung vor dem Gebäude lässt sich leicht erklären: Was man liebt, das hält man in Ehren.

weiterlesen…

26. August 2006

Vorheriger Beitrag


Kalendar

August 2006
M D M D F S S
« Jul   Sep »
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  

Beiträge nach Monat

Beiträge nach Kategorien