Archiv für September 2006
3. Symposium der Reihe “Farbe und Gesundheit” im Kloster Irrsee
von Christiane Brune-Wiemer

Unter dem neuen Namen “Farbe.Design.Therapie” veranstaltet das Institut Farbe.Design.Therapie sein drittes Symposium, traditionell in den Räumen des Klosters Irrsee östlich von Kaufbeuren.
Ein international besetztes Referententeam steht dem Veranstalter auch in diesem Jahr wieder zur Verfügung. Aspekte der wissenschaftlichen wie künstlerischen Betrachtung werden die Symbiose von Licht und Farbe für und in unserem täglichen Leben verdeutlichen, und uns “Färbern” (Erich Wiesner) neue Dimensionen auch der Anwendung aufzeigen.
Dem immer noch wachsenden Bedarf an wirklichem Farb-Know-how wird mit der Fortsetzung dieser erfolgreichen Seminarreihe Rechnung getragen. Für mich verbindet sich damit auch die Hoffnung, daß der Umgang mit Farbe langfristig deutlich an Substanz gewinnt und sich bei Anwendern wie Nutzern deutlich vom Geschmäcklerischen distanziert.
Begleitet werden die Vorträge von drei Ausstellungen, die den interdisziplinären Ansatz dieses Symposiums ganz eindrucksvoll visualisieren. Die Werkgruppe “Florales Ornament”, die Dortmunder Gruppe “Farbraum” um Ingo Ross sowie Ulrich Bachmann mit seinen Farb-Licht-Experimenten bringen Realität und Theorie zusammen. Am Samstagabend rundet ein Konzert des “Trio Infernale” das Tagungsgeschehen ab.
Anmeldeschluß ist der 18. Oktober.
Weitere Informationen zur Tagung erhalten sie, wenn sie weiterlesen….
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Ort:
Kloster Irrsee
Klosterring 4
87660 Irrsee
Deutschland
Veranstalter:
Institut Farbe.Design.Therapie
Postfach 1241
97830 Frammersbach
Deutschland
30. September 2006
Ist Farbe ein Material, ein physikalisches Phänomen, eine Empfindung? Die Ausstellung thematisiert einerseits die physischen Eigenschaften der Farben, anderseits ihre immaterielle Erscheinung in Form von Licht. Die Ausstellung ist eine Eigenproduktion des Gewerbemuseums in Zusammenarbeit mit Künstlern und Gestaltern.
Ort:
Gewerbemuseum Winterthur
Kirchplatz 14
CH-8400 Winterthur
30. September 2006

Farben, Lacke, Beschichtungsstoffe in köln
Zusammen mit den ideellen Trägern, dem Hauptverband Farbe, Gestaltung, Bautenschutz sowie dem Deutschen Stuckgewerbebund im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes und mit dem Partner der Messe, dem Fachverband Deutsches Fliesengewerbe, will die Koelnmesse als Veranstalterin der Farbe – Ausbau & Fassade 2007 den Ausstellern und Besuchern eine Kommunikationsplattform bieten.
Themen:
Mineralische und organische Farben
Lacke
Beschichtungsstoffe und Bautenschutz
Putz und Stuck
Wärmedämmverbund-Systeme
Werkzeuge und Maschinen
Gerüste und Arbeitssicherheit
Ort: Köln-Messe
Termin: 13. – 21. April 2007
Öffnungszeiten: 9.00 – 18.00 Uhr
Veranstalter:
Kölnmesse Ausstellungen GmbH
Petra Pfeifer
Messeplatz 1
50679 Köln
Tel.: 0221 / 821-2531
Fax: 0221 / 821-2574
30. September 2006
Bilder, die unter die Haut gehen

Verwundbare und zerfließende Körper stehen im Mittelpunkt der Arbeit von Francis Bacon, dem wohl bedeutendsten englischen Maler des 20. Jahrhunderts. Die Kunstsammlung NRW würdigt ihn nun mit einer Retrospektive.
Schutzlos ausgelieferte Körper, schmerzhaft sich windend und zerfließend – wie kaum ein anderer Maler hat sich Francis Bacon (1909-1992) mit der dramatischen Darstellung von menschlichen Körpern beschäftigt. Seine Werke polarisieren, sind faszinierend und schockierend zugleich. Davon können sich Kunstinteressierte nun selbst überzeugen: Die Kunstsammlung NRW in Düsseldorf zeigt unter dem Titel “Die Gewalt des Faktischen” 64 seiner Werke.
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Öffnungszeiten K20K21:
dienstags bis freitags 10.00 – 18.00 Uhr
samstags, sonntags und feiertags 11.00 – 18.00 Uhr
montags geschlossen
jeden 1. Mittwoch im Monat 10.00 – 22.00 Uhr
Ort:
K20K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen
Grabbeplatz 5
40213 Düsseldorf
Deutschland
30. September 2006
Von Heinrich Wefing

20. September 2006
Der Blick hinaus ist betörend. Wie ein Bühnenbild breitet sich der Tiefe See vor den haushohen Glaswänden des Foyers in Gottfried Böhms neuem Hans Otto Theater in Potsdam aus. Rechts liegt der Brauhausberg mit der alten Kriegsschule von Franz Schwechten, heute Sitz des Brandenburgischen Landtags; gegenüber erhebt sich der Flatowturm wie ein neogotisches Ausrufezeichen, während die Glienicker Brücke linker Hand nur zu ahnen ist hinter Grün, Villen und Segelbooten. An lauen Abenden kann der Theaterbesucher aus dem lichten Foyer hinaustreten auf Terrassen und Treppen, hinunterspazieren zum Ufer; ein breiter, holzbeplankter Balkon schwebt dort über dem See. Das Wasser kräuselt sich, die Wipfel mächtiger alter Bäume rauschen im Wind. Ein Idyll.
Aber nicht nur die preußischblaue Landschaft ist sehenswert von hier unten. Wer am Ufer steht und sich umdreht, hat auch den vorteilhaftesten Blick auf das neue Theater, das dieser Tage fertiggestellt wird und Ende September mit gleich fünf Premieren eingeweiht werden soll. Als habe der Architekt mehrere Hutkrempen übereinandergestapelt, wogen und wellen sich drei rote Baldachine über der transparenten Fassade des Foyers, allesamt scharf gezackt, immer höher aufsteigend, wie ein geöffneter Blütenkelch über Glas. Es ist, leicht variiert, ein vertrautes Motiv aus der Arbeit des hochbetagten Böhm, dem das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt gerade eine Werkschau eingerichtet hat: die marianische Rose, die nicht nur in Kirchenfenstern und Wandgemälden auftaucht, sondern zusehends auch als dreidimensionales Element. In Potsdam fungiert sie als Hingucker, als Landmarke in bester Lage, auf einer Halbinsel, leicht erhöht über dem See, schwebend wie eine Schauspielerin, die sich am Bühnenrand in Pose wirft.
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21. September 2006
Bilder des 19. Jahrhunderts neu gehängt

Das Kölner Wallraf-Richartz-Museum hat viele Trümpfe zu bieten, die in den letzten Jahren einfach nicht stachen. Rundherum glücklich ist kaum jemand mit der Atmosphäre in dem gesamten Haus, auch nicht mit der Präsentation der hochkarätigen Sammlung. Auch im Obergeschoss mit dem 19. Jahrhundert wurde man den Eindruck nicht los, dass mehr an Wirkung herauszuholen sein müsste. Und dass auch hier die Farbgestaltung nicht optimal sei – das „schauderhafte Carrara-Weiß“ nennt Museumskustos Götz Czymmek das frühere Weiß.
Nun zeigt sich, dass die Wandfarben keinesfalls unantastbar sind, womit sich Handlungsspielräume eröffnet haben. Der kaum mehr als ein Jahr amtierende Museumsdirektor Andreas Blühm hat jedenfalls beherzt eingegriffen, die Wände in kräftige Farben getaucht und neue thematische Akzente gesetzt. Das Resultat wird ab heute Abend dem Publikum präsentiert, im nächsten Jahr soll die Barock-Etage neu geordnet werden. „Mehr Dynamik, Wechsel, Belebung“ will der neue Leiter in „das Wallraf“ bringen, wie er das Traditionshaus unter den Kölner Museen flapsig nennt. Hinter seinem dankenswerten Tatendrang meint man mitunter ein leichtes Brodeln zu spüren, eine wünschenswerte Entschiedenheit, die sich auch in der neuen Hängung zu erkennen gibt: Sie fällt drangvoller als zuvor aus. Als lohnender Coup Blühms erweist sich die Installierung von jüngst patentierten Spotlights, die – raffinierte Technik – das Licht schonender auf die Farbhaut werfen. Sie verleihen den Bildern im Verbund mit den Wandfarben mehr Volumen, Räumlichkeit, Tiefe und Brillanz, was man in jedem einzelnen Raum immer wieder dankbar auf sich wirken lässt – bei den Landschaften im Entree, den Deutschrömern und Nazarenern, in Biedermeier, Realismus, Symbolismus.
Dezente Theatralik
Der Selbstdarstellung der Bilder und dem Ambiente überhaupt wächst eine dezente Theatralik zu, die es dem Besucher leichter macht, sich auf den Rundgang einzulassen. Prachtvoll entfalten sich so – um nur einige Beispiele zu benennen – die räumlichen Suggestionen der „Vier Mädchen auf der Brücke“ von Munch (1905), die immer noch unerhörte malerische Modernität von Monets „Seerosen“ (um 1916), aber auch die unbestechlichen Qualitäten der „L’Hermitage bei Pointoise“ von Pissarro (1867).
Das Zentrum der oberen Etage – die jetzt grau gestrichene, impressionistische „Kathedrale des Lichts“ – hat Blühm aufgemischt.
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18. September 2006
Die Stadt Düsseldorf hat sich gut entwickelt, finden viele.
Ein Gespräch mit Niklaus Fritschi, dem Vater der Rheinuferpromenade.
Von wegen früher war alles besser. 63 Prozent der Düsseldorfer sind der Meinung: In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Metropole positiv entwickelt. Die meisten machen das am Wandel des Stadtbildes fest, insbesondere an dem “großen Wurf”, der sich “Die Stadt kehrt zurück an den Rhein” titelte und den Verkehr unter die Altstadt verbannte. Der Bau des Rheinufertunnels und der Promenade, die vor rund zehn Jahren Eröffnung feierte, “waren in der Tat Meilensteine für den Wohlfühlfaktor in der Stadt”, sagt Architektur-Professor Niklaus Fritschi, der für die Gestaltung federführend verantwortlich zeichnete. Und dafür mit internationalen Preisen überhäuft wurde. Die NRZ sprach mit dem 61-jährigen Schweizer, der seit 37 Jahren hier lebt, über die städtebaulichen Entwicklungen.
NRZ: Wann sind Ihre Promenaden-Ideen gereift?
Fritschi: Schon 1969, zu Beginn meines Studiums in Düsseldorf habe ich mich damit beschäftigt, wie der Verkehr aus der Altstadt zu verbannen ist. Dass dies gelingen könnte, hatte ich damals allerdings für unmöglich gehalten.
NRZ: Wie war knapp 25 Jahre später Ihre Konzeption?
Fritschi: Wir haben uns am Rhein orientiert, mit den welligen Bodenplatten und der unaufgeregten Platanenallee. Der Burgplatz wuchs zu einer lebendigen Terassen- und Veranstaltungsfläche. Gemeinsam mit Altstadt und Altem Hafen entstand ein Ensemble, das von Beginn an wie organisch gewachsen wirkte. Dass es an sonnigen Tagen nicht nur Besucher, sondern zigtausende Düsseldorfer auf die Promenade zieht, bestätigt uns.
NRZ: Dennoch betrachten Sie dort manche Entwicklungen mit Sorge.
Fritschi: Einige Gebäude haben einen derart tristen Anstrich bekommen, dass ich nur mit dem Kopf schütteln kann. Manche Markisen drohen zu verrotten. Und in den Kasematten scheint die unsägliche Ballermann-Atmosphäre nicht zu stoppen zu sein. Von der Sensibilität der ersten Jahre ist nichts mehr zu spüren.
NRZ: Wie beurteilen Sie den Szenetreff im Medienhafen?
Fritschi: Kritisch. Denn Szene besagt: Sie kommt und geht irgendwann einmal. Dashalb muss dringend Wohnen in den Hafen, nur so kann dauerhaft eine wirklich lebendige Struktur entstehen. Sonst droht die schöne Ecke zu veröden.
NRZ: Wie beurteilen Sie die Situation am Hauptbahnhof und der Graf-Adolf-Straße?
Fritschi: Die Umgestaltung des Hauptbahnhofs ist wegen der Verkehrssituation schwierig. Ich bin gespannt, ob wir ein gelungenes Ergebnis bekommen. Vor Jahren war angedacht, ein Konzept für eine Gesamtgestaltung über die Graf-Adolf-Straße bis zum Apollo-Variete? zu entwickeln. Jetzt gibt es nur punktuelle Verbesserungen. Ich fürchte, es fehlt eine klare Linie.
NRZ: An der Tannenstraße, am alten Güterbahnhof Derendorf, auf dem Schlösser- und Schlachthofgelände entstehen neue Quartiere. Wie bewerten sie dies?
Fritschi: Damit kann es gelingen, die Flucht aufs Land zu stoppen. Die Quartiere mit ihren Grünflächen bieten attraktive Wohnungen. Die bestehende Infrastruktur kann genutzt werden. Die Menschen haben kurze Wege in die Innenstadt. Solche Konzepte sind zukunftsträchtig!
NRZ: Wo sehen Sie Bausünden oder andere Defizite?
Fritschi: Manche Trabantensiedlungen im Stadtsüden muten schon furchterregend an. Am meisten ärgere ich mich aber über Anreihungen von kalten, grauen Büroklötzen wie am Kennedydamm. Wohnen und Arbeit brauchen Farbe, denn Farbe ist Leben. Das ist meine Philosophie, auch wenn einigen meine Kreationen zu bunt erscheinen.
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18. September 2006
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