Archiv für November 2006

Bundesstiftung Baukultur – Förderverein Baukultur

von Christiane Brune-Wiemer

Der Deutsche Bundestag hat am 26. Oktober 2006 in zweiter und dritter Lesung dem von der Bundesregierung eingebrachten Gesetzentwurf zur Errichtung einer Bundesstiftung Baukultur zugestimmt. Der sogenannte zweite Durchgang des Bundesrates schließt sich Ende November 2006 an; die Stiftung kann voraussichtlich zum Jahreswechsel errichtet werden und wird ihren Sitz in Potsdam haben. Durchgesetzt hat sich Potsdam damit gegen die Mitbewerber Weimar, Leipzig, Görlitz, Bonn, Essen, Frankfurt am Main und Stuttgart. Das Land Brandenburg fördert den Ausbau des künftigen Stiftungssitzes, der „Roten Villa“ auf dem Gelände des Kulturstandorts Schiffbauergasse. Anlässlich der Verleihung der Schelling-Architekturpreise 2006 in Karlsruhe plädierte Dr. Engelbert Lütke Daldrup, Staatssekretär im Bundesbauministerium, für eine breite öffentliche Debatte über die Qualität der Architektur.

„Architekturqualität muss stärker im öffentlichen Bewusstsein verankert werden. Unsere gebaute Umwelt ist mit all ihren Facetten als gesellschaftliches Gut zu verstehen, das für alle von Bedeutung ist und für das man sich einsetzen muss“, sagte Lütke Daldrup in seiner Festrede.

„Gute Architektur entsteht nicht von alleine. Sie entsteht nicht zufällig. Sie muss eingefordert werden. Das setzt eine informierte, interessierte Öffentlichkeit voraus“, so Lütke Daldrup. Die öffentliche Debatte um Themen der Architektur und Baukultur trage damit zur Stärkung der Architekturqualität bei. Diese Debatte brauche viele Träger auf allen Ebenen, die sich in Deutschland für Architektur und Baukultur einsetzen.

Lütke Daldrup forderte alle Akteure dazu auf, sich künftig auch aktiv in der Bundesstiftung Baukultur zu engagieren. „Die Stiftung bietet die einmalige Chance, dass engagierte Personen sie jetzt mit Leben, d.h. mit konkreten Projekten füllen. Der Erfolg der Stiftung wird ganz maßgeblich von den Personen abhängen, die sich engagieren“, so Lütke Daldrup.

Hierzu bietet der Förderverein Baukultur mit seinen Arbeitskreisen die geeignete Plattform. Seine interdisziplinäre Zusammensetzung kann zu einem Garant aktiver Stiftungsunterstützung werden und zugleich auch netzwerkartig Baukultur visualisieren. Die nächste Mitgliederversammlung findet bereits am 15. Dezember im Deutschen Architekturzentrum DAZ, Berlin statt.

Für alle der Baukultur nahestehenden Farbanwender ist mit den Aktivitäten von Stiftung und Förderverein auch die Hoffnung verbunden, das Thema „Farbe in der Architektur“ neu zu beleben und der momentanen, anhaltenden Vergrauungstendenz entgegenzuwirken.

Ort:
DAZ
Köpenicker Straße 48/49
D-10179 Berlin (Mitte)

www.bundesstiftung-baukultur.de
www.foerderverein-baukultur.de

19. November 2006

Licht, Dunkel, Farbe. 19.11.-07.01.2007

Vor 70 Jahren wurde in der Filmfabrik Wolfen der erste praktikable Farbfilm der Welt hergestellt. Daran erinnert die diesjährige Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe des Industrie- und Filmmuseums Wolfen. Zum Abschluss dieser Reihe lädt das Museum Jung und Alt in die Welt der Farben ein. Die interaktive Ausstellung „licht_dunkel_farbe“, konzipiert durch die Künstlergruppe Farbraum aus Dortmund, veranschaulicht Goethes Beobachtungen zur Entstehung der Farben aus den Gegenpolen Licht und Finsternis.

Getreu dem Leitsatz Goethes: „Meine Farbenlehre will nicht nur gelesen und studiert, sondern auch getan werden!“ besteht die Ausstellung neben den kurzen Texterläuterungen aus einfach durchzuführenden und ästhetisch ansprechenden Experimenten. Die 15 Stationen bieten Gelegenheit die Farben von vielen Facetten aus zu begreifen. Die Besucher tauchen beispielsweise in das Geheimnis der Farbentstehung ein, erfahren wie sich Farben vermischen oder was es mit der Lichtbrechung auf sich hat. Sie finden Antworten auf die
Fragen warum uns der Himmel blau und die Sonne gelb erscheint, wie die
Abendröte zustande kommt oder was es mit dem Regenbogen auf sich hat. Für wen Schatten bislang einfach nur grau waren, der wird beim Anblick der „farbigen Schatten“, die man selbst in Grün, Rot und sogar Gelb über die Wand tanzen lassen kann, seinen Augen kaum trauen.

Ein Besuch des farbenprächtigen Erlebnisses ist für Schulklassen kostenfrei. Alle anderen Besucher zahlen zwei bzw. ermäßigt einen Euro Eintritt.
Ort:
Industrie- und Filmmuseum Wolfen
Chemiepark Bitterfeld-Wolfen, Areal A
Bunsenstr. 4
D – 06766 Wolfen

Öffnungszeiten:
jeweils um 10.00 Uhr

Montags geschlossen

19. November 2006

Ein Industrie-Turm als interaktive Lichtsäule

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Am Tag steht er unscheinbar in der grauen Industrielandschaft vor Burgdorf: In der Nacht strahlt und blinkt der 75 Meter hohe Spreda-Turm wie eine überdimensionierte Lampe.

Das leuchtende Kunstobjekt ist computergesteuert. Die Bevölkerung kann die Farbkompositionen mitbestimmen. Dank Internet hat die Installation eine lokale, aber auch eine weltweite Dimension.“Wohnen Sie gerne in Burgdorf?“ – Die Antworten auf die Frage sind klar: Ja überwiegt deutlich. Der Turm leuchtet grün. Andere Fragen, andere Mehrheiten, das bedeutet andere Farben.

„Die Ergebnisse der Umfrage projizieren wir wie Radio-Nachrichten zur vollen Stunde. Für die restliche Zeit haben Künstlerinnen und Künstler freie Hand für ihre Lichtinszenierungen“, erläutert Heinz Sägesser vom Forum für Architektur und Gestaltung Burgdorf im Gespräch mit swissinfo.

Die Künstler wechseln alle zwei Wochen. Das Thema wöchentlich. Die Bevölkerung und Interessierte aus der ganzen Welt können über eine Webseite aktiv die Farbgestaltung mitbestimmen und gleichzeitig die Farbspiele über eine Webcam mitverfolgen.

Elektronische Steuerzentrale des Systems ist ein Computer mit einer Software für die Lichtsteuerung. „Wir benutzen ein Programm, das für Theater- oder Musical-Beleuchtungen entwickelt worden ist“, erzählt Sägesser.

Glashülle als Riesen-Lampenschirm

„Dank 280 vorprogrammierten Lichtablauf-Sequenzen können wir den Turm theoretisch auf unendlich viele Arten beleuchten. Auch schnelle, rhythmische Wechsel sind möglich.“

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19. November 2006

Farbe für ein farbloses Land. 11.11.06 – 11.03.07

Neo Rauch – Neue Rollen. Bilder 1993 bis heute

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Der 1960 in Leipzig geborene Künstler Neo Rauch gilt heute als der bedeutendste Maler seiner Generation. Er bekennt sich in einer Zeit, in der digitale Medien über klassische Gestaltungsmittel zu siegen scheinen, zur Malerei. Auf seinen Bildern begegnet man eigentümlichen Gestalten aus vergangenen Zeiten, die sich in sonderbaren Landschaften und Interieurs zusammenfinden, um verrätselte Geschichten aus dem Jetzt zu erzählen. Zwischen Comic und Historiengemälde entwickelt der Künstler in seiner unverwechselbaren Farbgebung traumartige Bildsequenzen, die gleichermaßen zeitlos wie geschichtsträchtig erscheinen. In den Jahren kurz nach der Wende nur wenig rezipiert, sind sie inzwischen von der Kunstkritik mit den verschiedensten Etikettierungen versehen worden. Sie wurden dem Surrealismus wie dem Neo-Surrealismus zugerechnet, man hat Anklänge an amerikanische Realisten der 1920er Jahre konstatiert und die Bilder als Vertreter einer utopischen Moderne bezeichnet. Das Kunstmuseum Wolfsburg zeigt eine retrospektiv angelegte Ausstellung, die ca. 80 Werke aus den Jahren 1993 bis 2006 umfassen wird.

Anschließend gehen die Bilder des Leipziger Malers und Hochschulprofessors zum Metropolitan Museum, New York. Ab Mai 2007 ist die Wolfsburger Ausstellung auch hier zu sehen.

Ort:
Kunstmuseum Wolfsburg
Hollerplatz 1
D 38440 Wolfsburg

Öffnungszeiten:
Mittwoch – Sonntag: 11.00 – 18.00 Uhr
Dienstag: 11.00 – 20.00 Uhr
Montag: geschlossen

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