Archiv für den 2. April 2007

New Walls, Please! 2007.

Der Wettbewerb New Walls, Please! Ideen- und Gestaltungswettbewerb für Wände im Innenraum wird in diesem Jahr von der A.S. Création Tapetenstiftung in Kooperation mit dem Rat für Formgebung zum sechsten Mal ausgelobt. Teilnahmeberechtigt sind Studierende und Nachwuchsdesigner aller Gestaltungsrichtungen.

Gesucht werden Ideen zur Gestaltung von Wänden im Innenraum. Hierbei sollte der Wohn- und Objektbereich als Grundlage dienen. Die Ideen sind von Format, Raster, Rapport, Form, Farbe, Material, Technik und Technologie unabhängig.

Anmelde- und Einsendeschluß ist der 31. Juli 2007.

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2. April 2007

Edvard Munch – Die Dualität einer materialbasierten Modernität.

Vortrag von Dieter Buchhard, Kurator der Sonderausstellung

Wie kein anderer überschritt Munch die konventionellen Grenzen zwischen künstlerischen Medien wie jene der Druckgrafik, Zeichnung, Fotografie, Collage und Malerei. Er war unvergleichlich radikal und setzte in seiner „Rosskur“ Werke im Freien Sonne, Regen und Schnee aus. Sein Interesse an der Unmittelbarkeit und Experimentalität des Farbauftrags und sein unkonventioneller Umgang mit Motiv und Material öffnete bereits zur Jahrhundertwende einen Ausblick ins 20. Jahrhundert. Erst Künstler wie Pablo Picasso, Jean Dubuffet, Jackson Pollock und Anselm Kiefer widersetzen sich dem traditionellen Verhältnis von Malerei und Form in einer Munch vergleichbaren Radikalität.
Der Vortrag ist dem radikalen jungen Neuerer, dem Vorläufer und Begründer des Expressionismus und dem Meister des Materials und künstlerischen Experiments gewidmet. Sein Beitrag zur Moderne ist entscheidend und in seinem dualen Wechselspiel zwischen Zerstörung und Schöpfung einzigartig.

Die Ausstellung kann nur vor dem Vortrag besichtigt werden, da das Museum um 20.00 Uhr schliesst. Reservierte Tickets für diesen Vortrag sind bis 30 Minuten vor Beginn der Veranstaltung an der Museumskasse abzuholen.

Ort:

FONDATION BEYELER
Baselstrasse 101
CH-4125 Riehen / Basel

Zeit:

25. April
18.45 Uhr – 20.00 Uhr

2. April 2007

Schönstes Obdachlosenheim der Welt.

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Die Künstlerin Miriam Kilali schuf in Moskau ein Heim voller Atmosphäre

Der Stuck sticht als erstes ins Auge. In Moskau erwartet man vergoldeten Stuck im Bolschoi-Theater, aber nicht im Obdachlosenheim Marfino, irgendwo im gesichtslosen Norden der russischen Hauptstadt. Bunt leuchten die Wände in dem Asyl, in dem 150 der geschätzt 20 000 Moskauer Obdachlosen eine Bleibe auf Zeit finden. Die Innendekoration stammt von der deutschen Künstlerin Miriam Kilali (geb. 21.3.1965). «Reichtum für Arme» wollte sie schaffen, «den Menschen, die alles in ihrem Leben verloren haben, wieder Lebensmut machen», sagt sie.

Ihr Projekt setzt ein Zeichen in der rauen Metropole Moskau, deren wirtschaftlicher Aufschwung auch tausende Verlierer und Ausgestoßene produziert. Die Berliner Malerin kam 2003 nach Russland als mitreisende Partnerin eines Fernsehjournalisten. An der Universität der Künste Berlin hatte sie theoretisch zu «Obdachlosigkeit und Kunst» gearbeitet. In Moskau suchte sie nach einer praktischen Umsetzung und nahm sich eine Telefonliste der Sozialeinrichtungen vor. «Es war der erste Anruf und gleich: Bingo!», schwärmt die lebhafte Künstlerin.

In Marfino stand 2004 ohnehin eine Generalrenovierung an, erzählt Heimleiter Wladimir Purzeladse. Deshalb ließ er sich auf das Kunstprojekt ein. Sein von der Moskauer Stadtregierung getragenes Obdachlosenheim, offiziell «Sozialhotel» genannt, soll den Männern eine Starthilfe geben, die noch von der Straße wegkommen wollen. Von Marfino aus können sie verloren gegangene Dokumente neu beantragen und Arbeit und bezahlbare Wohnungen suchen. Anfang der 1990er landeten in Moskau viele Menschen auf der Straße, weil sie bei der Wohnungsprivatisierung betrogen wurden. Jetzt seien es eher Streitigkeiten in zerfallenden Familien, hat Purzeladse beobachtet.

«Doch allen Fällen ist eins gemeinsam: Suff, Suff, Suff.» In Marfino gilt deshalb ein striktes Alkoholverbot. Kilali entwarf die Dekoration voller Farbenpsychologie und Symbolik. Der Flur, die Lebensader des Heims, wurde rot ausgemalt. «Grün hat heilende Wirkung», also schmückt Grün den Aufenthaltsraum. Die Sanitär- und Pflegeräume sind in beruhigendem Blau gehalten. Das Gold in Stuckaturen und Bordüren steht für «Reichtum und Erfolg». Das eine Jahr Arbeit bis zur Eröffnung des renovierten Heims im Sommer 2005 sei schwer gewesen, erzählt die Künstlerin. Sie musste Sponsoren finden. Die Fliesenleger hätten die Frau aus Deutschland übers Ohr gehauen, wenn ihre rechte Hand Jewgeni, selbst Bauingenieur von Beruf, nicht eingegriffen hätte.

Behörden mussten überzeugt, russische Brandschutz- und Hygienebestimmungen eingehalten werden. Auch die Mitarbeiter und Bewohner von Marfino waren skeptisch. «Am Anfang haben sie mich als Exotin gesehen», erzählt Kilali. Der Durchbruch gelang, als die Dusche fertig wurde. Wo vorher schwarze Schimmelflecken die Wände entstellt hatten, glänzten auf einmal weiße Fliesen, unterbrochen von sparsamen Tupfen in Gold, Blau und Grün. «Da haben sie gemerkt, whow, das wird ja richtig schön.»

Bei den Malerarbeiten ging ihr der 36-jährige Obdachlose Andrej Dolmatow zur Hand.

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2. April 2007

Kemperol schützt Le Corbusiers Dachterrasse.

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Die Weißenhofsiedlung in Stuttgart hat international Architekturgeschichte geschrieben. Für die Werkbundausstellung „Die Wohnung“ (unter der künstlerischen Leitung von Mies van der Rohe) haben 1927 die bedeutendsten europäischen Architekten der klassischen Moderne ihre Ideen zum „Neuen Bauen“ vorgestellt und vor allem in Hinblick auf Wirtschaftlichkeit und Funktionalität Maßstäbe gesetzt. Obwohl für eine Ausstellung konzipiert waren es keine temporären Ausstellungsbauten sondern dauerhafte Wohnhäuser, die im Rahmen des Bauprogramms der Stadt Stuttgart errichtet wurden. Das Doppelhaus in der Rathenaustraße 1-3, worum es hier geht, wurde 1927 von Le Corbusier und seinem Vetter Pierre Jeanneret für die Werkbundausstellung erbaut. Bauleiter war der Schweizer Alfred Roth.

Nach der denkmalgerechten Instandsetzung durch die Wüstenrot Stiftung von 2003-2005 eröffnete im Oktober 2006 das Weißenhof-Museum in Trägerschaft der Landeshauptstadt Stuttgart. Während in der rechten Haushälfte die Räume inklusive Farbgebung als „begehbares Exponat“ in der Gestalt von 1927 wiederhergestellt wurden, dient die linke, wo die Struktur der Innenräume in der Vergangenheit massiv verändert worden ist, der allgemeinen Information über die Geschichte und Entstehung der Siedlung.

Konstruktiv plante Le Corbusier das Doppelhaus als Eisenbetonskelett, das die Decken und Treppen trägt und eine freie Gestaltung von Grundriss und Fassade ermöglichte. In seinen „Fünf Grundsätze für eine neue Architektur“, postulierte Le Corbusier u.a. Gärten mit üppiger Vegetation auf Flachdächern zu errichten, um in der Stadt Freiflächen zu schaffen, die das Wohnklima verbessern. Der Dachgarten oder die Dachterrasse, die der Architekt selbst als „bevorzugtesten Ort des Hauses“ bezeichnete, ist ein zentrales Element des Hauses von Le Corbusier. Sie bestand im Original aus großen Betonplatten, die auf einem Kiesuntergrund gegossen und mit Pflanztrögen bestückt waren. Zwischen die Plattenfugen war Rasen gesät.

Dachterrasse als zentrales Element

Anfang der 1980er Jahre, während der ersten Generalsanierung der gesamten Weißenhofsiedlung, war der Dachgarten, der auch das Flachdach des Gebäudes bildet, wärmetechnisch neu aufgebaut und deshalb die Brüstung erhöht worden. Aus statischen Gründen waren die Pflanztröge aus gegossenem Beton durch solche aus vorgefertigten Glasfaserzementteilen ersetzt worden.

Bei der aktuellen Sanierung wurde der gesamte Terrassenaufbau von 1984 entfernt und die Brüstungshöhe auf Originalmaß zurückgesetzt, was durch eine höherwertige, dünnere Dachisolierung möglich wurde. Die neuen Pflanztröge, Bodenplatten in den ursprünglichen Maßen, und die differenzierte Farbgestaltung wurden identisch an das Original von 1927 angepasst. Aus statischen Gründen kam es allerdings auch hier zum Ersatz der Betonplatten durch Faserbetonstegplatten, in die Leichtbauplatten integriert sind. Das originale Flugdach, das das Haus nach oben abschließt, wurde komplett durch eine neue Betonkonstruktion ersetzt, um eine ausreichende Tragfähigkeit zu gewährleisten.

Unsichtbare Kemperol-Abdichtung mit Putzstruktur

Der Dachgarten ist identisch mit dem Flachdach des Gebäudes und zum Schutz gegen Feuchtigkeit war eine langzeitsichere Abdichtung unverzichtbar. Die gesamte Dachterrasse sowie das Flugdach und zwei Treppenhäuser wurden mit dem Flüssigkunststoff Kemperol abgedichtet.

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2. April 2007


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