Archiv für August 2007

Farbe und Licht. Rezension.

von Christiane Brune-Wiemer

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Aus der Flut der jährlichen Neuerscheinungen zum Thema Farbe, Design, Interior, Wohnen sticht das neueste Buch von Johannes Klinger Farbe und Licht wohltuend hervor.

Seit Frühjahr 2007 am Büchermarkt, präsentiert sich Farbe und Licht als fundiertes Fachbuch: seriös, aussagekräftig und zugleich innovativ wie inspirierend – und auch noch hervorragend gestaltet. Die verschiedenen Themen werden von Klinger übersichtlich in eigenständigen Kapiteln vorgestellt, besprochen und anhand hochwertiger Bildbeispiele visualisiert. Zur Anschauung kommen dabei die Möglichkeiten von Farbe und Licht jenseits von Trends und Mainstream. Das Potential neuer Technologien, Experimentierfreudigkeit und eine gehörige Portion Freigeistigkeit sind es wohl, die Entwicklungen und Realisierungen dieser Art ermöglichen. Das Klinger dabei auch die Bedeutung von Teamarbeit unterstreicht sollte keinesfalls überlesen werden.

Die Gestaltungsbeispiele bieten allesamt mehr als reine Raumfunktionalität. Sie verdeutlichen, wie Gestaltung mit Farbe und Licht einen qualitativen, feingeistigen Raummehrwert schafft. Begrifflichkeiten wie Individualisierung, Emotionalisierung oder Charakterbildung treffen hier wirklich einmal zu. Eben ganz dem Credo Klingers entsprechend, »dass der eigentliche Zweck individueller Gestaltung die Abweichung von der Norm« ist. Das Auge und die Seele des Betrachters ist dankbar für diese Abweichung.

Auch mit der Erkenntnis, dass Farbe und Licht in der Architektur dem Menschen dienen sollen, durchstößt Klinger das alltägliche Gestalten in seinen theoretischen wie praktischen Bezügen. Die Bejahung und Untermauerung der Farb- und Lichtwirkung veranlassen ihn von einem »neuen Schönheitskanon« zu sprechen. Aber wird diese Begrifflichkeit dem wirklich gerecht? Wird damit nicht vielmehr eine Reduzierung auf bloße Schönheit impliziert, die nur all zu gerne von Anderen argumentativ aufgegriffen wird? Ich denke, dass eine Erweiterung um »humane GestaltungKUNST« dieser Gefahr begegnet und klar hervorhebt, dass der Schönheitsbegriff hier nicht auf schmückendes Beiwerk reduziert werden kann. Die Ausführungen und Beispiele zeugen von Baukultur, und zwar: praktizierter Baukultur.

Der reiche Erfahrungsschatz sowie die ureigene Klingersche Experimentierfreude dringen durch die Inhalte des Buches hindurch und kulminieren in den Rubriken Planungsbeispiel – Farbe sowie Planungsbeispiel – Licht. Legt man das Buch zur Seite so wünscht man sich mehr Bauherren und Planer herbei, die diesen Idealen folgen wollen. Und als Gestalter … träumt man von Freiräumen.

Zu wünschen bleibt, dass dieses Buch alsbald Eingang findet in das Bau-Gestaltungsbewußtsein. Aufgefordert dazu hat es!

Und, lieber Johannes Klinger, was folgt nun?

Farbe und Licht
Johannes Klinger
Deutsche Verlags-Anstalt, München

ISBN-Nr. 978-3-421-03570-7

27. August 2007

Bürowelten. 28.10.2007 bis 27.04.2008

Kaum ein anderer Lebens- und Arbeitsbereich hat sich in den letzten Jahrzehnten so stark gewandelt wie das Büro. Schreibtisch, Bürostuhl und Telefon sind zwar noch präsent, geblieben sind auch die kleinen Helfer – Büroklammer, Bleistift und sogar der Ordner. Doch die Gesamtheit der historischen Bürotätigkeiten wie Texte verfassen, stenographieren, terminieren, kopieren, archivieren, ordnen, buchführen, rechnen, verhandeln oder übermitteln hat der PC integriert, und damit auch die klassischen Aufgaben des Büropersonals, der Sekretärin, des Buchhalters. Heute steht selbst der eigentliche Schauplatz zur Diskussion, das fixe Büro, einst unabdingbare Voraussetzung für die Organisation und administrative Bewältigung der Waren- und Gedankenströme.

Die Ausstellung zeichnet verschiedene Bürowelten von gestern, heute und für morgen und präsentiert die dazu gehörenden Geschichten ihrer Insignien und Objekte.

Ort:
Gewerbemuseum Winterthur
Kirchplatz 14
CH-8400 Winterthur

Öffnungszeiten:
Di-So: 10 bis 17 Uhr
Do: 10 bis 20 Uhr
Montag geschlossen

19. August 2007

„Mehr Licht“ in der Fassadenfarbe.

Goethe-Haus erstrahlt am Dichtergeburtstag in hellerem Gelb

Seit April war das Goethe-Haus am Großen Hirschgraben hinter einem Gerüst verborgen, weil Alterung und Bauschäden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen notwendig machten. Die Fassade musste renoviert und das gesamte Schieferdach erneuert werden. Rechtzeitig zu Goethes Geburtstag am 28. August und zur Goethe-Festwoche soll das Haus nun wieder zu sehen sein, teilt das Goethemuseum mit.

Seine heutige Gestalt erhielt das Goethe-Haus 1754/55, als Goethes Vater zwei ältere kleine Fachwerkhäuser zu einem repräsentativen Wohnhaus umbauen ließ – einem verputzten Fachwerkbau mit vorkragenden Geschossen auf einem Sockel aus Mainsandstein. Nachdem Goethes Mutter 1795 das Haus verkauft hatte, ging es durch mehrere Hände und erlebte manche Veränderung. Es wurde jedoch nach einer gründlichen denkmalpflegerischen Untersuchung in alter Form wiederhergestellt, als das Freie Deutsche Hochstift das Haus 1863 erwarb und als Dichtergedenkstätte öffentlich zugänglich machte. 1944 wurden die Fachwerkobergeschosse im Krieg zerstört, der Sandsteinsockel und die Brandmauer beschädigt. Da die baulichen Gegebenheiten zuvor genau dokumentiert worden waren, konnte Goethes Elternhaus 1951 originalgetreu rekonstruiert werden.

Bei den jetzt durchgeführten Arbeiten, die das Architekturbüro Rincón/von Wedel betreute, wurde größter Wert auf ein sensibles und historisch korrektes Vorgehen gelegt – in direkter Abstimmung mit dem Denkmalamt. Um die Sanierungsmaßnahmen vorzubereiten, wurde die Rekonstruktion von 1951 untersucht und mit den vorhandenen Plänen und Schwarzweißfotos der Vorkriegszeit abgeglichen; zudem wurden Erkenntnisse über andere Frankfurter Bauten aus der Mitte des 18. Jahrhunderts herangezogen.

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19. August 2007

Le Corbusier. 29.09.2007 – 10.02.2008

Eine Ausstellung des Vitra Design Museums in Zusammenarbeit mit dem Nederlands Architectuur Institut und dem Royal Institute of British Architects

Gastkuratoren: Stanislaus von Moos, Arthur Rüegg
Kurator Vitra Design Museum: Mateo Kries

Bis heute nimmt das Werk von Le Corbusier (1887 – 1965) eine zentrale Stellung im Diskurs über Architektur und Urbanismus ein. Dennoch hat keine Ausstellung seit 1987 die vielen Aspekte in Le Corbusiers Schaffen aufgezeigt, die dessen ungebrochene Aktualität ausmachen. Deshalb haben sich das Vitra Design Museum, das Nederlands Architectuur Institut und das Royal Institute of British Architects zusammengeschlossen und eine umfassende Retrospektive organisiert.

Ziel der Ausstellung ist einerseits eine ausdrücklich zeitgenössische Sicht auf Le Corbusier, die jüngste Forschungsergebnisse einbezieht und auch kritische Aspekte nicht ausklammert. Andererseits soll die Ausstellung auch als Einführung in das Werk des Architekten gelesen werden können – insbesondere von jüngeren Generationen, für die Le Corbusier bereits Teil der Geschichte des 20. Jahrhunderts ist.
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Ort:
Vitra Design Museum
Charles-Eames-Str. 1
D -79576 Weil am Rhein

Öffnungszeiten:
Mo-So: 10-18 Uhr
Mi: 10-20 Uhr
Geschlossen: 24. + 25. Dezember, 31. Dezember, 1. Januar

19. August 2007

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