Archiv für den 3. September 2007

Lachen des Himmels.

. Aus WirtschaftsWoche 35/2007

Das neue Fenster Kölner Dom hat der Maler und Agnostiker Gerhard Richter gestaltet. Das abstrakte Feuerwerk der Farben versöhnt Kirche mit moderner Kunst.

Ein Meer flirrender, glänzender Farben, strahlender als je erwartet: Barbara Schock-Werner wird euphorisch, wenn sie von ihrer ersten Begegnung erzählt. Gehört die Kölner Dombaumeisterin doch zu den Ersten, die das Werk am Ort seiner Bestimmung sehen durften: das neue Fenster an der Südseite des Dom-Querschiffs, entworfen von Malerikone Gerhard Richter, nun eingeweiht mit einem feierlichen Gottesdienst. „Vor allem wer durch den Nordeingang kommt“, sagt Schock-Werner, „wird von diesem Anblick umgehauen.“

Mit sechs Millionen Besuchern gehört der Kölner Dom zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Nun bekommt er mit dem Fenster eines der wichtigsten lebenden Maler der Welt eine weitere Attraktion. Ein streng gerastertes Feuerwerk an Farben, das dem Geist der Moderne folgt und sich zugleich in den Dienst des Doms und damit des christlichen Glaubens stellen lässt. „Es passt sich harmonisch in seine jahrhundertealte Umgebung ein“, sagt Schock-Werner, „und feiert die ganze Schönheit der göttlichen Schöpfung.“

Eine Lösung für das 113 Quadratmeter große Fenster zu finden war allerdings nicht einfach. Gesucht wurde eine Alternative für ein 60 Jahre altes Provisorium: die Verglasung aus dem Jahr 1948, eingesetzt als Ersatz für das Originalfenster, das König Wilhelm I. von Preußen dem Dom im Jahr 1863 geschenkt hatte. Es zeigte Karl den Großen, Heinrich II. und Sigismund von Burgund neben den Bischöfen Anno, Engelbert und Otto von Bamberg und war im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört worden.

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3. September 2007

„Ein wahnsinnig spannendes Farbenspiel“

Moschee-Architekt Böhm lobt Richter-Fenster im Kölner Dom
Moderation: Dieter Kassel (Deutschlandradio Kultur)

Der Erzbischof von Köln, Josef Kardinal Meisner, hält das von Gerhard Richter entworfene Fenster für den Kölner Dom für unpassend. Der Kardinal ist der Ansicht, dass es besser in eine Moschee passen würde. Der Architekt Paul Böhm hingegen findet Gefallen an dem Farbenspiel. In die von ihm entworfene Zentral-Moschee in Köln würde es allerdings auch nicht passen, sagte Böhm.

Dieter Kassel: Der in Köln ansässige, eigentlich aus Sachsen stammende Künstler Gerhard Richter hat bekanntlich ein neues Fenster für den Kölner Dom geschaffen. Dieses Fenster ist knapp 115 Quadratmeter groß. Es besteht aus 11.200 kleinen Farbquadraten, sie sind alle gleich groß, aber jedes hat eine andere Farbe. Angeordnet wurden sie einerseits nach dem Zufallsprinzip – da hat ein Computer geholfen -, andererseits hat Gerhard Richter das am Ende noch mal ein bisschen überarbeitet und geordnet. Es gab in der Entstehungsphase dieses Fensters immer wieder Kritik, aber als am vergangenen Samstag nun im Kölner Dom das neue Fenster offiziell mit einem Gottesdienst eingeweiht wurde, da, man kann fast sagen, waren alle begeistert. Da gab es große Einigung, wie fabelhaft die Wirkung dieses Fensters sei und dass am Ende nun doch alles gelungen ist.

Das ist auch kein Wunder, denn bei diesem Einweihungsgottesdienst war der Erzbischof von Köln, Josef Kardinal Meisner, nicht dabei. Er war auf einer angeblich lang geplanten Reise. Nun ist er wieder zurück, und gestern hat er dem Kölner Express gesagt, dieses Fenster passt nicht in den Dom, es passt eher in eine Moschee oder in ein Gebetshaus. Kirche oder Moschee, den Unterschied kennt der Architekt Paul Böhm, sein Vater Gottfried und sein Großvater Dominikus Böhm sind, beziehungsweise waren berühmte Kirchenbaumeister. Er selbst hat Sakral- wie Profanbauten entworfen, und nun ist er der Architekt der neuen Kölner Zentralmoschee, und er sitzt für uns jetzt in unserem Kölner Studio. Schönen guten Tag, Herr Böhm.

Paul Böhm: Grüß Sie, Herr Kassel.

Kassel: Wenn man den Gedanken, den Herr Meisner da entworfen hat, zu Ende denkt, dann müssten Sie doch jetzt überlegen, ob Sie das Fenster aus dem Dom übernehmen wollen für Ihre Moschee.

Böhm: Ja, habe ich auch getan, aber ich glaube, dass wir Fenster haben wollen, was … Ja, wir haben ja einen sehr komplizierten Gebetsraum in seiner architektonischen Struktur, und ich glaube, da passt nicht diese Farbigkeit, dieser Reichtum, die das Domfenster ausstrahlt, rein. Insofern würde es wahrscheinlich für uns nicht passen.

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3. September 2007

Malewitsch und der deutsche Idealismus. 13.09.2007

Vortrag von Prof. Dr. Andréi Nakov (Paris) und anschließender Buchpräsentation

Lange Zeit wurde das Werk von Malewitsch unter rein formalistisch-materialistischen Gesichts-punkten betrachtet. Doch ohne die Kenntnis des geistigen Hintergrunds des Idealismus bleibt seine suprematistische Malerei unverständlich. In seinem Vortrag erläutert Andréi Nakov die Bedeutung dieser zentralen Kraft für Malewitsch’s Malerei.

Ort:
FONDATION BEYELER
Baselstrasse 101
CH-4125 Riehen / Basel

3. September 2007

Benutzeroberflächen / Materialien. 09.10.2007

Dipl.Ing Birgit Hansen , hansen innenarchitektur materialberatung, Köln

In den letzten Jahren hat die Anzahl verfügbarer Materialien und Werkstoffe explosionsartig zugenommen, und beinahe täglich kommen neue Produkte auf den Markt. Das starke Interesse von Planern am Thema Material hängt auch damit zusammen, dass Räume zunehmend als flexible Strukturen mit variabler Nutzung ausgebildet werden müssen. Da bietet sich die Gestaltung der Oberflächen an als das letzte mögliche Ausdrucksmittel von Individualität. Die zunehmende Virtualisierung unserer Welt führt zudem als Gegenbewegung zu einer Sehnsucht nach Materialität, nach etwas Realem und Greifbarem. Das Verhältnis von Material und Form ändert sich, neue Werkstoffe und Fertigungsmethoden schaffen neue Möglichkeiten der Formgebung und damit ein weites Spielfeld für Planer. Gleichzeitig verschwimmen die Grenzen zwischen den einzelnen Disziplinen, zunehmend werden Materialien aus anderen Bereichen übernommen und eingesetzt. Das Seminar gibt mit zahlreichen Originalmustern und Anwendungsbeispielen einen Überblick über neue und unbekannte Materialien und Werkstoffe in den verschiedenen Bereichen.

Das Seminar ist von der Architektenkammer NRW als Fortbildung für Architekten und Innenarchitekten mit 8 Punkten (8 Unterrichtsstunden à 45 Min.) anerkannt.

Seminarbeitrag 150,- Euro inkl. 19% MwSt.

3. September 2007

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