Archiv für den 9. September 2007

Licht, Luft, Sonne.

Sie waren als Architekten Stars der 20er Jahre, und sie bauten preiswerte Wohnungen für Arbeiter. Ihre Siedlungen sind heute noch mustergültig. Ein Besuch in Britz und Siemensstadt.

Braun kam gar nicht in Frage. Als Heinz und Lieselotte Capadrutt vor 42 Jahren die Tapete der Vormieterin abrissen, waren sie sich einig: Was darunter zum Vorschein kam, war viel zu dunkel. Zehn Eimer Wasser brauchten sie damals, um die Farbe abzuschrubben. Dann tapezierten sie die Wände hellblau. Wie es sich für ein Kinderzimmer gehört.

Dabei hatte Architekt Bruno Taut, als er in den 20er Jahren die Wände der Hufeisensiedlung in Britz verputzen ließ, die Farben für jede Wand und jedes Detail genau festgelegt: Vom Treppenhaus über die Kachelöfen bis hin zu den Loggias der Wohnungen. „Die dunklen Farben“, sagt Winfried Brenne, „sollten in den hellen Wohnungen Wärme geben“. Der Berliner Architekt hat seit Ende der 70er Jahre viele Taut-Siedlungen restauriert, auch die in Britz: „In den meisten Wohnungen sieht man nichts mehr von der originalen Farbgestaltung“, sagt er, „aber das ist eben so: Wenn die Menschen einziehen, hört das architektonische Konzept auf.“

Die Hufeisensiedlung in Britz steht unter Denkmalschutz, sie ist eine von sechs Berliner Wohnanlagen der 20er Jahre, die für das Unesco-Weltkulturerbe kandidieren: Zusammen mit der Gartenstadt Falkenberg in Treptow, dem Schillerpark im Wedding, der Wohnstadt Carl Legien in Prenzlauer Berg, der Weißen Stadt in Reinickendorf und der Großsiedlung Siemensstadt könnte sie 2008 Weltkulturerbe werden. Das Berliner Bauhaus-Archiv hat ihnen gerade eine Ausstellung gewidmet (bis 22.10.).

Die Siedlungen sind ein Kapitel der modernen Architektur- und Sozialgeschichte: Anfang des 20. Jahrhunderts zählte Berlin mehr als vier Millionen Einwohner – und es fehlten rund 800 000 Wohnungen. Zu einer Zeit, in der die Bevölkerung in Mietskasernen in dunklen, feuchten Räumen und stickigen Dachkammern hauste, sollte der moderne Zweckbau für „Licht, Luft und Sonne“ sorgen. Das in der Weimarer Verfassung verankerte Prinzip „Jedem Deutschen eine menschenwürdige Wohnung“ setzten prominente Architekten des „Neuen Bauens“ um, darunter Walter Gropius, Hans Scharoun, Bruno Taut und der fortschrittliche Stadtbaurat Martin Wagner.

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9. September 2007

Innovationen durch Nanotechnologie. 20.09.2007

Neue Materialien für Architektur, Möbel und Design

Das Tagesseminar gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über die neuen Möglichkeiten, die die Nanotechnologie Architekten und Designern eröffnet.
Einer allgemeinverständlichen Einführung in den Bereich der Nanotechnologien und insbesondere in die grundlegenden Begriffe der chemischen Nanotechnologie und ihrer Anwendungen folgen Referate über die ganze Breite des funktionellen Oberflächendesigns.

Als Teilnehmer bekommen Sie einen Einblick in die aktuellen Forschungsergebnisse des Leibniz-Institutes für Neue Materialien und die neuesten Entwicklungen in der Branche. Sie erfahren, wie Sie Nanotechnologie für Ihre Zwecke nutzbar machen können. Beispiele erfolgreicher Anwendungen kommen dabei nicht zu kurz, etwa bei selbstreinigenden Fenstern, kratzfesten Oberflächen oder Anti-Fingerprint-Beschichtungen. Experten aus den bedeutensten deutschen Nanotechfirmen stellen Ihnen Produkte vor und geben Ihnen Auskunft über Entwicklungsperspektiven und Marktchancen.
Abschließend gibt Ihnen das cc-NanoChem einen Überblick über die aktuelle Diskussion zu möglichen Risiken der Nanotechnologie insgesamt.

Die Teilnahmegebühr beträgt 470 EUR inkl. Seminarunterlagen, Pausengetränke und Mittagessen. Die Leitung / Organisation hat Dr. Martin Schubert vom cc-NanoChem e. V. / Leibniz-Institut für Neue Materialien gGmbH.

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Zeit:
20.09.2007
9.30 – 18 Uhr

Ort:
Material ConneXion® Cologne
Lichtstraße 43g
D-50825 Köln

9. September 2007

Symposium Farbe.Design.Therapie. 16.-18.11.2007

Ausschliesslich über Farbe zu kommunizieren ist fast unmöglich. Erst im Kontext des Erlebens von Farbwirkungen sowie dem Erüben von Farbgestaltungen eröffnet sich das Phänomen Farbe. In diesem Sinne führt das diesjährige Symposium thematisch durch die verschiedenen Aspekte der Farbe als Träger von Information mit räumlichen, künstlerischen oder therapeutischen Anspruch.

Vortragsthemen:
Die Grenzen naturwissenschaftl. Erkenntnis (Lothar Hill)
Farbtrends moderner Architektur (Prof. Frank R. Werner)
Wie entstehen Farbtrends (Gottfried Pank)
Farbe ist Kommunikation (Per Arnoldi)
Farberfahrungen in der Kunsttherapie (Prof. Dr. Peter Rech)
Licht und Farbe im modernen Raum (Johannes Klinger)
Lichtwässer (Dr. Yehl Rieder; Dr. Enza Maria Ciccolo)
Farballergien (Fritz Steiner)
Farbe und Sehen (Wolfgang Hätscher-Rosenbauer)
Farbe im Alter (Alexander Wunsch)
Therapien mit monochromatischen Licht (Karl Ryberg)

Das Symposium wird von verschiedenen Ausstellungen begleitet, die sich mit Raumkompositionen, Farbharmonien der Natur sowie Entwurfsstrategien mit Farbe auseinandersetzen. Produktinformationen mit dem Schwerpunkt Farbtrends runden die Veranstaltung ab.

Die Teilnahme inkl. Unterbringung und Verpflegung kostet 695 Eur zzgl. Mwst..

Weitergehende Informationen auch zur Anmeldung sind unter www.farbe-design-therapie.de zu erhalten.

Zeit:
16.-18. November 2008

Ort:
Kloster Irsee (Nähe Kaufbeuren)
Klosterring 4
D-87660 Irsee

9. September 2007

Plexiglas. 16.09. bis 06.01.2008

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Werkstoff in Architektur und Design

Zu den innovativsten Kunststoffentwicklungen des 20. Jahrhunderts gehört Polymethylmethacrylat (PMMA): Ein Material, das wegen seiner vielseitigen Verwendung aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken ist. Besser bekannt unter dem Markennamen PLEXIGLAS® wurde der extrem witterungsbeständige Kunststoff 1933 von der Darmstädter Firma Röhm zur Patentreife gebracht. Eine anhaltend hohe Transparenz, Bruchsicherheit sowie die Möglichkeiten in der Formgebung sind es, die PLEXIGLAS® auch als Werkstoff in Architektur und Design attraktiv machen. Als gebogene Frontscheibe für Automobile prägte dieser Kunststoff etwa das Stromliniendesign der 30er Jahre. Wurde das Material während des Zweiten Weltkriegs in großen Mengen für den Flugzeugbau benötigt, so waren Musikautomaten, Leuchtreklamen oder Abdeckhauben für Plattenspieler, so der berühmte „Schneewittchensarg“, erste Anwendungsgebiete für PLEXIGLAS® in den 50er Jahren. Aber auch organisch geformte Ess- und Trinkgeschirre, exzentrische Handtaschen und avantgardistische Möbel künden vom Siegeszug des synthetischen Materials. Im „Space-Design“ der von Technikbegeisterung und Pop-Kultur geprägten 60er Jahre wurden die formalen Möglichkeiten des Materials noch konsequenter ausgeschöpft.

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Ort:
Museum Künstlerkolonie
D-Darmstadt

Öffnungszeiten:
Di bis So: 10 – 17 Uhr

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