Archiv für den 12. Februar 2009

Ende des Schinkel-Zentrums.

Das Schinkel-Zentrum wurde im Jahr 2000 als Forschungsschwerpunkt an der Technischen Universität Berlin gegründet mit dem Ziel, durch die Etablierung von Querschnittseinrichtungen zur Fakultätsstruktur
• bestehende Forschungsprofile weiter zu schärfen
• ihre wissenschaftliche Reputation nach außen zu tragen
• universitäre Potentiale und Ressourcen zu bündeln
• interdisziplinäre Kooperationen auszubauen und zu fördern
• die anwendungsbezogene Forschung im Verbund mit außeruniversitären Partnern zu stärken.

Der Namensgeber des Zentrums ist Karl Friedrich Schinkel (1781-1841). In seiner Person spiegelt sich jene enge Verbindung von Architektur und Konstruktion, von Bildender Kunst und Wissenschaft, von theoretischer Lehre und praxisnaher Ausbildung, von Stadtplanung und Gewerbeförderung, wie sie  schließlich im erfolgreichen Projekt der Berliner Bauakademie mündete und programmatisch vom Schinkel-Zentrum aufgegriffen wurde.

Nun gibt es das Schinkel-Zentrum in seiner bisherigen Form nicht mehr. Im Jahre 2007 strukturierte die TU ihre Forschungsaktivitäten um, was die Einstellung sämtlicher Forschungsschwerpunkte alter Form an der TU Berlin bedeutete. Die Aktivität des Schinkel-Zentrums ist unmittelbar davon betroffen. Versuche, das Schinkel-Zentrum auf Grundlage einer Finanzierung durch Dritte fortzuführen, scheiterten im Januar 2009 endgültig.

12. Februar 2009

Vom Einfluss farbiger Bildschirmhintergründe.

von Christiane Brune-Wiemer

Das Fachjournal Science veröffentlichte jetzt Untersuchungsergebnisse kanadischer Psychologen, die sich mit dem Einfluss verschiedenfarbiger Bildschirmhintergründe beschäftigten.

Die Probanden der beiden Forscher Ravi Mehta und Rui Zhu, University of British Columbia in Vancouver, nahmen an sechs verschiedenen Hirnleistungstests teil. Die Forscher beobachteten, wie unterschiedliche  Hintergrundfarben (Weiß, Blau, Rot) von Bildschirmen das Testergebnis beeinflussten. Während ein roter Hintergrund zu einem besseren Abschneiden bei Gedächtnisuntersuchungen führte, sorgte ein blauer Hintergrund für kreativere Problemlösungen. Desweiteren wurde der Einflussfaktor Farbe bei der Entwicklung von Kinderspielzeug und bei Werbeanzeigen untersucht.

Die Forscher sehen zwischen den ausgesuchten Testfarben und den entsprechenden Assoziationen dazu, die Grundlage für die differenzierte Leistungsfähigkeit der Testpersonen. Während Rot u.a. mit Gefahr und Warnung assoziiert wird, vermittelt Blau ein gewisses Mass an Sicherheit, das, nach Einschätzung der Forscher, Innovationen fördert. Die meisten Probanden bevorzugten zudem einen blauen Hintergrund für alle gestellten Testaufgaben.

Aus ihren Untersuchungsergebnissen ziehen Mehta und Zhu weitreichende Schlüsse, auch für die Farbgebung von Unterrichts- und Arbeitsräumen. Denn: Farben hätten eine deutliche Auswirkung auf die Leistungsfähigkeiten von Menschen bei verschiedenen mentalen Aufgaben.

Sicherlich sind Farbassoziationen ein Aspekt bei der Farbkonzeptionierung, aber eben nur EINER. Im Zusammenhang, z.B. mit unserer gebauten Umwelt, führen sie allein zu einem unausgewogenen Ergebnis. Ansprüche von „human gestalteten Lebens- und Arbeitsumwelten“ sind so nicht zu erfüllen. Um hierfür zu aussagekräftigen, umsetzungsfähigen Ergebnissen zu kommen, müsste die Forschung der Kanadier ausgeweitet werden und u.a. die psychologischen wie physiologischen Einflussfaktoren mit berücksichtigen. Das weitere, wichtige Aspekte (z.B. das Licht und die Sättigung einer Farbe) eine verantwortbare Gestaltung beeinflussen, ist zumindest den Farbdesignern bekannt. Die Forschungsergebnisse sind deshalb auch nur eingeschränkt verwertbar und dürfen keinesfalls zu einem pauschalisierten Farbcode führen. Die unterschiedlichen Gestaltungsbereiche von Architektur, Grafik- oder Produktdesign über die Werbung etc., spielen dabei letztlich nur eine untergeordnete Rolle. Die Gesamtzusammenhänge sind das Entscheidende. Wie wenig darauf sowie auf Erkenntnisse der Farbforschung insgesamt Rücksicht genommen wird, beweisen aktuelle Publikationen in den Medien.

Der Forschungsansatz der Canadier ist begrüssenswert, die Ergebnisse jedoch sollten und müssen kritisch hinterfragt werden.

zu Science …

12. Februar 2009

Panikattacken bei Tunnelfahrten.

von Christiane Brune-Wiemer

Seit 1999 testet der ADAC immer wieder europäische Tunnel auf ihre Sicherheitsstandards. In 2008 gab es das schlechteste Ergebnis der letzten fünf Jahre. Die Defizite liegen in den Flucht- und Rettungswegen sowie in der Lüftung. Wichtige Überlebensfaktoren im Notfall, doch darüber hinaus sind Tunnelfahrten auch eine psychologische Belastung …

Tunnelfahrten sind nicht für Jedermann problemlos zu bewältigen. Die Dunkelheit in den Röhren, die Unübersichtlichkeit der Streckenführung sowie Klaustrophobie können Angstattacken auslösen. Tunnelexperten des TÜV raten deshalb zu verschiedensten Vorgehensweisen, um der Tunnelangst zu begegnen oder sie gar ganz zu vermeiden.

Neben der Entwicklung spezieller, persönlicher Strategien, kann jedoch auch gestalterisch Einiges unternommen werden, um eine beängstigende Tunnelfahrt in ihren Auswirkungen zu entschärfen. Hier sind die Tunnelbetreiber gefordert, um mit entsprechenden Massnahmen gegen zu steuern.

Was ängstigt uns im Tunnel? Unzureichende bzw. diffuse Lichtverhältnisse, Unüberschaubarkeit des Weges und Ortes, Verschmutzung, Monotonie der Umgebung, Orientierungslosigkeit, ein mangelhaftes Sicherheitsgefühl …

Eine psychologisch ausgerichtete Farbgestaltung und Lichtplanung können einen wesentlichen Beitrag liefern, um Tunnelfahrten für dieser Nutzergruppe zu erleichtern. Die von Deutschland für die nächsten Jahre zur Verfügung gestellten Millionenbeträge zur „Tunnelverbesserung“ sollten deshalb nicht ausschliesslich in Sicherheitsmassnahmen bzgl. Flucht- und Rettungswege gesteckt werden, so bedeutend diese auch sind.  Vielmehr gilt es, das Tunnelmilieu insgesamt zu verbessern. Eine gezielte Farbgestaltung wäre ein ebenso kostengünstiges wie effizientes Mittel, das Sicherheitsziel zu erreichen.

12. Februar 2009

Farbtonsuche online.

Per Internet einen Farbton zu suchen war bisher komplizierter als gedacht. Ein neues Portal soll hier Abhilfe schaffen.

Die Online-Plattform Farbtonkarte vereinfacht die Recherche. Durch Eingabe der Farbtonbezeichnung in ein Suchfeld oder per Schieberegler, mit denen sich ein Farbton auf dem Bildschirm mischen lässt. Per Mausklick erhält man die entsprechenden Farbtöne aus den Kollektionen führender Farben- Lack- und Putzhersteller dazu angezeigt.

www.farbtonkarte.de

12. Februar 2009

Vorheriger Beitrag


Kalendar

Februar 2009
M D M D F S S
« Jan   Apr »
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
232425262728  

Beiträge nach Monat

Beiträge nach Kategorien