Archiv für den 3. Oktober 2010

Working Shade – Formed Light. bis 06.10.10

von Christiane Brune-Wiemer

Ein serielles und spektrales Farbprojekt in Berlin

Bedauerlicherweise hat das Farbportal erst sehr spät, fast schon zu spät, Kenntnis über diese interessante Ausstellung in der Humboldt Universität Berlin, erfahren. Wir wollen trotzdem noch darüber berichten und so möglicherweise dem Einen oder Anderen die Möglichkeit zu eigener Recherche geben.

Working Shade. Formed Light versammelt eine Reihe von ungewöhnlichen spektralen Lichtobjekten des international agierenden Wiener Künstlers Ingo Nussbaumer sowie einer Serie von vier Objekten zum Phänomen farbiger Schatten des in Berlin lebenden Malers Hubert Schmidleitner.

Der wohl markanteste Streit innerhalb der Farbenlehre ist der zwischen Newton und Goethe. Er dreht sich um die Rolle von Licht und Finsternis in ihren Experimenten sowie den daraus resultierenden Schlussfolgerungen. Dabei ist für Newton weisses Sonnenlicht aus verschiedenfarbigen Lichtstrahlen zusammengesetzt (newtonische Spektralfarben), während für Goethe die Farben aus einer Mischung von Helligkeit und Finsternis entstehen. Beide kommen dabei zu ganz unterschiedlichen Spektralfarbenkombinationen und begründen damit ihre Schlussfolgerungen. Heute noch stehen sich beide Farbtheorien polar gegenüber.

Was ist nun das Besondere dieser Ausstellung?

Ingo Nussbaumer setzt sich seit vielen Jahren mit spektralen Lichtphänomenen auseinander und knüpft(e) dabei an Goethes Experimenteanordnung an. Hier blieb er jedoch nicht stehen. Während Goethe lediglich die Rollen des weissen Lichtes und der schwarzen Dunkelheit vertauschte, fragte sich Nussbaum weitergehend, was wohl passiert, wenn statt weissem Licht gelbes, und anstelle der Schwärze blaues Licht eingesetzt würde. Folgerichtig experimentierte er mit verschiedenen Farbvarianten. Frapierend waren die Ergebnisse. Bei jedem neuen Experiment zeigten sich neue Farbspektren, die mindestens einmal Schwarz oder Weiss enthalten. Diese neuentdeckten Farbspektren nennt Nussbaumer Unordentliche Spektren und hat damit einen neuen wie wesentlichen Beitrag zur aktuellen Farbenlehre geleistet.

Auf eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Phänomene kann hier im Farbportal natürlich nicht eingegangen werden. Wer eine intensive Auseinandersetzung mit den unordentlichen Spektren anstrebt, der sei auf Nussbaumers Publikation Zur Farbenlehre – Entdeckung der unordentlichen Spektren ( ISBN 978-3-901190) verwiesen.

Die Ausstellung ist derart systematisch aufgebaut, dass der Besucher anhand der einzelnen Rundgangstationen die Theorien von Newton über Goethe nicht nur nachvollziehen  sondern geradezu miterleben kann. Folgerichtig schliessen die erweiterten Experimente von Ingo Nussbaumer den Ausstellungsrundgang ab. Sie hinterlassen beim Betrachter ein farbiges Aha-Erlebnis und die Erkenntnis, das die Welt der Farben noch komplexer ist als man bisher dachte und wusste.

Nach diesem überwältigenden Farbrundgang hat man es schwer, sich auf die zart-flüchtigen Schattenfarben von Hubert Schmidleitners Exponaten einzulassen. Das ist um so bedauerlicher, da dieses spezielle Phänomen einen direkten Bezug zu Goethe hat und als ein besonderer Aspekt innerhalb der Farbenlehre angesehen werden muss. Schmidleitners Beitrag besteht aus einer räumlichen Anordnung farbiger wie nichtfarbiger Elemente, die das Hervortreten dieser nicht greifbaren Farben ermöglicht.

Ich verlasse diese Ausstellung mit mannigfaltigen Gefühlen, inspiriert zu neuen Anwendungsmöglichkeiten und mit einem gewissen Glücksgefühl über den Zugang zu neuen Farbdimensionen. Was lange nebeneinander stand, Newtons und Goethes Farbtheorien, hat sich mir heute zu einer ein- wie ganzheitlichen Farbenwelt verbunden. Bleibt zu wünschen, dass sich die Wissenschaft diesen neuen Erkenntnissen interdisziplinär zuwendet und es langfristig einen Ort geben wird, wo diese Ausstellung eine Heimat findet.

Veraussichtlich Ende Oktober wird Ingo Nussbaumer mit einem Teil der Ausstellung in Halle/Saale, Burg Giebichenstein, vertreten sein. Wir werden Sie dazu informieren.

Ort:
Humboldt Universität
Bauernmensa im Ostflügel (neben Naturkundemuseum)
Invalidenstrasse 42
D-10115 Berlin

Öffnungszeiten:
Di 05.10.  + Mi 06.10. : 14 – 20 h

3. Oktober 2010

Design & Health Europe 2010. 07. – 08.10.10

Design & Health Europe 2010 is an international symposium dedicated to exploring global perspectives on enhancing health, wellbeing and quality of life within the local context of healthy communities and infrastructure development throughout Europe.

As Europe struggles to address a trio of economic challenges in the shape of debt, demographic decline and lower growth after many years of capital investment in healthcare infrastructure, there has never been a better time for a new paradigm in understanding how to improve the health status of Europeans.

The symposium will discuss how new approaches to health planning and design can provide Europe with a more cost-effective context for enhancing human health, wellbeing and quality of life.

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Ort:
University Hospital Brussels


3. Oktober 2010

Bremer Förderpreis für Bildende Kunst 2011.

Der Senator für Kultur vergibt Zuschüsse an Einzelkünstlerinnen und Einzelkünstler für Arbeitsvorhaben, Ausstellungen und für Kataloge oder andere Formen der öffentlichen Präsentation. Die Förderung kann an Künstlerinnen und Künstler aus Bremen vergeben werden, die ihr Studium abgeschlossen haben oder eine dreijährige Ausstellungstätigkeit nachweisen können.

Über die Vergabe entscheidet eine Jury aus Kunstsachverständigen. Bewerbungsfrist für Förderung in 2011 ist der 15. November 2010.

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3. Oktober 2010

Realstadt. 02. – 28.11.10

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Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), vertreten durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) präsentiert auf rund 8.000 qm im Kraftwerk Mitte, Berlin, diese grosse Stadtausstellung.

Architektur- und Stadtmodelle sowie beispielhafte Projekte aus ganz Deutschland erzählen vom Wunsch nach Veränderung. Ausgestellt werden Einreichungen von Kommunen, Planungsbüros und Hochschulen, aber auch von Initiativen und Einzelpersonen. Großflächige Stadtumbauten gehören ebenso dazu wie punktuelle Interventionen, realisierte Konzepte und gescheiterte Wettbewerbe, Partizipationsprozesse oder kühne Einzelthesen.

Ein Katalog zur Ausstellung erscheint im November.

Ort:
Kraftwerk Mitte
Köpenicker Straße 70
D-Berlin

Öffnungszeiten:
Tägl.: 10 – 20 h

3. Oktober 2010

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