Panikattacken bei Tunnelfahrten.

12. Februar 2009

von Christiane Brune-Wiemer

Seit 1999 testet der ADAC immer wieder europäische Tunnel auf ihre Sicherheitsstandards. In 2008 gab es das schlechteste Ergebnis der letzten fünf Jahre. Die Defizite liegen in den Flucht- und Rettungswegen sowie in der Lüftung. Wichtige Überlebensfaktoren im Notfall, doch darüber hinaus sind Tunnelfahrten auch eine psychologische Belastung …

Tunnelfahrten sind nicht für Jedermann problemlos zu bewältigen. Die Dunkelheit in den Röhren, die Unübersichtlichkeit der Streckenführung sowie Klaustrophobie können Angstattacken auslösen. Tunnelexperten des TÜV raten deshalb zu verschiedensten Vorgehensweisen, um der Tunnelangst zu begegnen oder sie gar ganz zu vermeiden.

Neben der Entwicklung spezieller, persönlicher Strategien, kann jedoch auch gestalterisch Einiges unternommen werden, um eine beängstigende Tunnelfahrt in ihren Auswirkungen zu entschärfen. Hier sind die Tunnelbetreiber gefordert, um mit entsprechenden Massnahmen gegen zu steuern.

Was ängstigt uns im Tunnel? Unzureichende bzw. diffuse Lichtverhältnisse, Unüberschaubarkeit des Weges und Ortes, Verschmutzung, Monotonie der Umgebung, Orientierungslosigkeit, ein mangelhaftes Sicherheitsgefühl …

Eine psychologisch ausgerichtete Farbgestaltung und Lichtplanung können einen wesentlichen Beitrag liefern, um Tunnelfahrten für dieser Nutzergruppe zu erleichtern. Die von Deutschland für die nächsten Jahre zur Verfügung gestellten Millionenbeträge zur „Tunnelverbesserung“ sollten deshalb nicht ausschliesslich in Sicherheitsmassnahmen bzgl. Flucht- und Rettungswege gesteckt werden, so bedeutend diese auch sind.  Vielmehr gilt es, das Tunnelmilieu insgesamt zu verbessern. Eine gezielte Farbgestaltung wäre ein ebenso kostengünstiges wie effizientes Mittel, das Sicherheitsziel zu erreichen.

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