Gefangen in einem Labyrinth von blau-gelben Fliesen

31. August 2006

Die verschlungenen Ornamente von Susanne Bollenhagen wehren den Blick des Bösen ab

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Zeven (hö). Passagen, sofern sie ohne Ladenzeilen gestaltet sind, haben oft etwas Unheimliches. Bedrohliches gar. Sie sind dunkel, uneinsehbar und die Wände oft mit Graffitis übersäht. Susanne Bollenhagen setzt der Tristesse bunte Fliesen entgegen und hat dem Durchgang von der Zevener Fußgängerzone zu den Parkplätzen am Mittelteich ein farbiges „Flechtband“ verpasst – und ein Gedankenspiel dazu.

Wer dem 2001 gefertigten Flechtband aufmerksam folgt, stellt fest, dass elf unterschiedliche Formen ineinander übergehen. „Diese Form von Ornamentik hatte ihre Blüte in den keltisch-nordischen Kulturen“, erklärt Susanne Bollenhagen. Mit dem Aufkommen der romanischen Kunst und Architektur erlebte die Ornamentik eine erneute Hochphase, der allerdings eine apotropäische Bedeutung beigemessen wurde. Mit anderen Worten: Ornamente dienten dazu, Unheil abzuwehren. Blicke – gerade böse – sollten darin gefangen genommen werden. Festgehalten in den Schlingen, Schlaufen und Knoten der bizarr angeordneten Formen. Die tatsächliche Aneinanderreihung der Passagen-Ornamentik entspringt allerdings eher einem anderen Prinzip: Dem des Zufalls – ausgewählt von einem Computerprogramm.

Mehr noch hat sich die Bremer Künstlerin gedacht, als sie 2001 ihr Konzept zur Neugestaltung der Zevener Fußgängerzone eingereicht hat. Neben der künstlerischen Anforderung stand für sie die „Aufhellung“ der dunklen Passage im Mittelpunkt. Kein Wunder also, dass ihr in dunkelblau gehaltenes Flechtband auf weißen Fliesen ruht.

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