Mit Purpur auf Documenta-Kurs. 20.04. – 20.08.2007

23. April 2007

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Berlinische Galerie: Gerwald Rockenschaub erhält den Fred-Thieler-Preis für Malerei

Gerwald Rockenschaub gilt als analytisch denkender Pragmatiker, der wesentlichen Anteil an der Dekonstruktion des konventionellen Bildbegriffs und dessen Neubestimmung hat. Zu Beginn der 1980er- Jahre entwickelt Rockenschaub eine signethafte Malerei, die auf einfachen Formen, Piktogrammen und einer klaren Farbigkeit basiert und im Kontext des Neo-Geo rezipiert wird … Farbige oder transparente Plexiglasscheiben, begehbare Gerüste, Treppen oder aufblasbare Skulpturen lenken seit Ende der 1980er-Jahre die Bewegungen des Betrachters im Raum und offerieren neue Wahrnehmungsmöglichkeiten … Seine ästhetische Praxis ist angesiedelt im fluktuierenden Crossover zwischen Club-Culture, Design, Architektur, Kunstdiskurs und Popkultur … Ein Grundprinzip in Rockenschaubs Arbeitsweise ist die Konzentration auf wenige, aber wesentliche Elemente und Strukturen, die für jeden Auftritt oder Ausstellungsort neu definiert werden … (Ellen Seifermann, 2004)

Ingeborg Ruthe schreibt in der Berliner Zeitung dazu:

Gerwald Rockenschaub hat ein Raumbild ohne Bilder in die Berlinische Galerie gesetzt: Eine große klare, ein wenig feierliche Leere, die eigentlich keine Leere ist. Voluminös und warm wirkt die riesige Purpurwandfläche, die, wie eigens dafür konstruiert, auf den weißen Lüftungsplatten sitzt wie auf einem Sockel. Ein sanft im Luftzug der Klimaanlage sich wie fließend bewegender, transparenter Vorhang trennt das Farbfeld, ohne unseren Blick zu behindern.

Geteilte oder auch nur halbverdeckte Räume beschäftigen Rockenschaub schon seit Jahren, ihn interessiert Transparenz. „Sie ermöglicht austauschbare Spielräume der Bedeutung“, sagt er. „Ein Vorhang hat etwas Theatralisches, Geheimnisvolles. Und er ist wie eine Barriere.“ In seinen begehbaren Raumbildern wie diesem in der Berlinischen Galerie ist der Betrachter aufgefordert, den Weg hinter den durchsichtigen Vorhang in Gedanken und mit eigener Fantasie fortzusetzen. Hinter diese symbolische Barriere, die den Purpur ins Milchige, Neblige verwandelt.

So etwas ist freilich nicht im herkömmlichen Sinn Malerei. Rockenschaubs Arbeit, die der Wahlberliner eigens für die morgige Entgegennahme des Fred-Thieler Preises geschaffen hat, ist ein zeitloses Bild von Malerei: Es sagt etwas aus über Farben und wie der Künstler sie mischt, von Licht und von Schatten. Und es besagt, dass es zwischen Malerei und Skulptur, zwischen Fläche und Raum keine Grenzen gibt.
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Ausstellungsort:
Berlinische Galerie
Alte Jakobstraße 124-128
D Berlin

Öffnungszeiten:
tgl. außer Di 10-18 Uhr.

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