Anna Blume ist rot. Rezension.

17. Dezember 2007

von Christiane Brune-Wiemer

Der rote Einband und das Format des Buches Anna Blume ist rot läßt vermuten, dass es sich um einen neu erschienenen Roman handelt. Titel und womöglich Inhalt in Anlehnung an das gleichnamige Gedicht des Dadaisten Kurt Schwitters? Weit gefehlt.

Das mit viel Liebe zum Detail gestaltete Buch der Düsseldorfer Designerin Irmgard Sonnen ist eine Sammlung „einführender“ Texte zu Farbpositionen aus Kunst, Literatur und Psychologie. Einführend insofern, dass sie Lust auf mehr erzeugt: mehr erfahren, wissen, erleben. Zu den Farben gleichwohl wie zu den genannten, zitierten Personen.

Schwarz, Weiß, das dazugehörige Grau bilden neben den Grundfarben Rot, Gelb und Blau die Ausgangspunkte künstlerisch-poetischer Farb-Zugänge und Betrachtungen. Die Texte und Gedichte werden durch großformatige Abbildungen ergänzt, die die Vielfältigkeit farbiger Ausdruckskraft unterstreichen. Es wird erkenn- und erlebbar, dass die Farbe weder von Künstlern noch von den Literaten willkürlich eingesetzt wird. Es liegt immer ein soziologischer Kontext vor.

Irmgard Sonnen ist es mit ihrem Buch gelungen, die Farbe sehr subtil als interdisziplinäres Kommunikationsmittel herauszustellen. Farbe als verbindendes Element zwischen Materie und Geist, zwischen Mensch und Mensch. In diesem Sinne bietet Anna Blume ist rot eine wertvolle Anregung, sich mit dem Thema Farbe weitergehend auseinander zu setzen. Beruflich und/oder privat.

Das Buch ist im Queredo-Verlag erschienen und kostet 26 EUR.

Anna Blume ist rot
Farbe als Ereignis
Positionen Essays Gedichte
gestaltet und herausgegeben von Irmgard Sonnen
ISBN 978-3-00-021255-0

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