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Marcel Breuer – Design und Architektur. 16.03. – 03.07.11

Eine Ausstellung des Vitra Design Museums im Wiener Möbelmuseum

Marcel Breuer (1902-1981) gehört als Designer und Architekt zu den einflussreichsten und bedeutendsten Gestaltern des 20. Jahrhunderts. In Europa vor allem als Möbeldesigner u.a. der Stahlrohrmöbel bekannt, schätzt man ihn in den USA in erster Linie als Architekten. Die Ausstellung im Hofmobiliendepot zeigt beide Facetten des aus Ungarn stammenden Bauhaus-Mitglieds.

Die vom Vitra Design Museum konzipierte und organisierte Retrospektive auf das Werk von Marcel Breuer ist die erste Ausstellung, die neben dem Design auch Breuers Leistung als Architekt würdigt. In Wien werden anhand von vier exemplarischen Modellen seine Einfamilienhäuser gezeigt.

Unter der Überschrift „Materialien“ dokumentiert die Ausstellung Breuers Design in chronologischer Reihenfolge. Sie stützt sich dabei auf die Tatsache, dass er bei seinen Möbelentwürfen nacheinander mit vier verschiedenen Werkstoffen, nämlich Massivholz, Stahlrohr, Aluminium und Sperrholz arbeitete. Besonders im Bereich der Stahlrohrmöbel wird anhand von vielen Originalstücken verdeutlicht, wie schnell Breuer die konstruktiven bzw. gestalterischen Möglichkeiten eines Materials erkannte und innerhalb weniger Jahre auf fast schon systematische Weise auslotete. Zeichnungen, Möbel-Kataloge und eine Vielzahl zeitgenössischer Fotografien von Breuers innenarchitektonischen Arbeiten vermitteln neben den Möbel-Exponaten ein facettenreiches Bild seines Designschaffens.

Unter der Überschrift „Motive“ zeigt die Retrospektive schließlich zentrale Elemente von Breuers Entwurfsvokabular auf, die gleichsam als Klammer zwischen den verschiedenen Schaffensbereichen begriffen werden können. So taucht etwa das Motiv der Auskragung bereits in frühen Möbelentwür- fen auf, um in den folgenden Jahrzehnten in vielen seiner Bauten immer wieder neu interpretiert und inszeniert zu werden. Ähnliches lässt sich von horizontalen Bändern bzw. liegenden Rechtecken sagen, die als markantes gestalterisches Element vielen seiner Möbel, seiner Interieurs und seiner Gebäude ihr charakteristisches Gepräge verleihen.

Auch Breuers auffallendes Interesse an Texturen darf als Klammer von Design und Architektur gelten, wohingegen sich die fast schon kubistisch anmutende kristalline Formensprache, die viele seiner Beton-Bauten auszeichnet, erst in den 1950er Jahren entwickelte. Seither aber darf sie als Markenzeichen für seinen persönlichen Umgang mit diesem in der Architektur des 20. Jahrhunderts so zentralen Material gelten.

Ort:
Hofmobiliendepot • Möbel Museum Wien
Andreasgasse 7
A-1070 Wien

Öffnungszeiten:
tägl.: 10:00 – 18:00h
Montags geschlossen

Add comment März 29th, 2011

Johannes Klinger – Werkstattgespräch

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Anlässlich der großen Retrospektive zu Ruprecht Geigers Gesamtwerk, traf sich in München das Farbportal mit Johannes Klinger.

Klinger, Kunstmaler und Interior-Designer, gilt heute als der wichtigste Wandmaler im europäischen Raum. Seine Arbeiten zeugen vom Aufbruch in eine Neuinterpretation der Wandmalerei. Wenn wir hier von Aufbruch reden so liegt das an der Überzeugung des Farbportals, dass Johannes Klinger nicht nur immer aufs Neue überrascht und fasziniert, sondern kontinuierlich auf seinem experimentierfreudigem Weg weiterschreitet. So ist es nicht verwunderlich, dass Klinger nicht allein bei der Farbe bleibt. Seine Werkzeugpalette hat sich seit einiger Zeit auch um das Thema Licht erweitert.

Johannes Klinger lebt und arbeitet in Hochstätt am Chiemsee und erhielt 1988 den Deutschen Werkkunstpreis. Neben der künstlerisch-praktischen Arbeit ist Klinger Autor von Fachbüchern, Artikeln und Aufsätzen. Das die Wandmalerei wieder zu einem Thema der Architektur wurde, ist letztlich auch ihm zu verdanken.

cbw: Herr Klinger, Sie gelten derzeit als DER europäische Wandmaler. Können Sie uns etwas über Ihren  beruflichen Werdegang sagen?

jk: Vor dem Studium wollte ich Malerei aus technischer Sicht erlernen und fand einen akademischen Restaurator, der mir, in einer dreijährigen Ausbildung, die Grundlagen aller historischen Maltechniken vermittelte. Dabei erkannte ich – gerade das Malen mit zahlreichen, überlagernden Farb- und Farbstrukturschichten – als etwas mir Wesenverwandtes.

cbw: Diese fundierte Ausbildung in historischen Techniken der Wandmalerei einerseits sowie Ihr Erfahrungsschatz als ausgebildeter Restaurator andererseits sind also die Grundlagen Ihrer heutigen Tätigkeit.

jk: Diese Basis wurde, durch meine kreative Neugier, meine Freude an Innovationen und die Fähigkeit in großen Farbdimensionen zu denken und zu handeln, wirksam.

cbw: Worin liegt das Innovative, der sogenannte “Mehrwert”, Ihrer Arbeiten?

jk: Nennen wir es Übersetzungsarbeit – konstruierter Raum wird erlebbarer Raum, wird ablesbar, visuell intelligenter, wird zum überraschenden Raum.

cbw: Sie stellen den Raum, nicht die Malerei in den Vordergrund Ihrer Arbeit?

jk: Viele Leute betrachten meine Malerei als isolierte Werke. Dabei geht es mir nicht primär um Malerei, sondern zuallererst um die Erscheinung des Raumes, um das innenarchitektonische Ganze – und seine Beziehung zum Menschen.

cbw: Ob nun Innen- oder Außenraum – bei beiden handelt es sich um gebaute Umwelt. Die wird natürlich von Menschen genutzt. Da ergeben sich unterschiedliche Raumfunktionen und verschiedenartige Tätigkeiten in den Räumen. Psychologisch betrachtet kann man von vielschichtigen Bedürfnissen der Menschen ausgehen.  Ist das für Sie relevant und wenn ja, wie nähern Sie sich diesen Aufgaben? Was ist für Sie wichtig und wo liegen Ihre Prioritäten?

jk: Mir geht es immer um drei Fragenschwerpunkte, die in meiner Vorstellung ein Dreieck bilden:

A – Da ist zuerst der Stil der Architektur und die Eigenheit des Gebäudes. Meine Fragen sind zum Beispiel: Was lässt der Raum zu? Was ermöglicht er? Mit was tritt er in Dialog? Was sind seine Funktionen?
B – Dann treffe ich auf die Persönlichkeiten der Bewohner. Hier könnten meine Fragen lauten: Was unterstützt und beflügelt ihre Lebensweise, ihre Individualität? Was ist Ihnen wichtig? Was sind ihre Bedürfnisse, ihr Anliegen?
C – Da ist meine Aufgabe als Künstler, diese Vorgaben in angemessene, intelligente, gefühlvolle oder überraschende Möglichkeiten  zu verwandeln.
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cbw: Diese drei Parameter, Raum, Kunde/Raumnutzer, Künstler, bilden also ein nicht zu überschätzendes Beziehungsgeflecht. Nach meinen eigenen Erfahrungen fehlt dabei noch ein zusätzlicher, wichtiger Parameter: der Architekt. Ich selber musste immer wieder feststellen, dass von Architektenseite nicht immer eine offene, kollegiale und damit teamfähige Arbeitssituation herbeigeführt wird. Wie sind Ihre Erfahrungen?

jk: Der Umgang mit Farbe ist vielen Architekten zunächst nicht vertraut. Ihr Vorurteil gegen Farbe entspricht meist veralteten Positionen. Die Komplexität moderner Bauaufgaben aber erfordert immer öfter, dass  Architekten – gemeinsam mit Farb- und Lichtdesignern – erfolgreich an einem durchgängigen Entwurfsthema arbeiten. Farbe ist ja das sensibelste, flexibelste und fantasievollste Medium der Architektur – gerade das erkennen Architekten in einer konstruktiven Zusammenarbeit und nutzen diese Erfahrung in weiteren Projekten konstruktiv: Farbe kann auf diese Weise sogar zum Motor einer Planungsidee werden.

cbw: Ich möchte gern auf den Stellenwert der Farbe zu sprechen kommen. Welche Bedeutung messen Sie ihr bei?

jk: Wir können die Wichtigkeit von Farbe gar nicht hoch genug einschätzen, auch in Projekten, in denen Farbe so eingesetzt wird, dass sie dem Betrachter gar nicht auffällt. Denn über alle funktionellen und gestalterischen Bedeutungen hinaus besteht ihr Wert vor allem darin, Mittler zu sein – Mittler zwischen dem materiellen Aussen und den Dimensionen unseres lebendigen Inneren. Besser als mit allen anderen Medien, können wir damit differenzierte Emotionen ausdrücken und transportieren. Anders formuliert:

Malerei ist für mich Sprache und Kommunikation ist das wahre Wesen der Innenarchitektur.

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cbw: Heute ist ja anerkannt, dass Farbe nicht nur Raumerlebnisse ermöglicht, sondern für die Wahrnehmung eines Raumes an sich eine bedeutende Rolle spielt…

jk: Sobald wir einen Raum betreten entscheidet unser Unterbewusstes in Bruchteilen von Sekunden, ob wir uns darin wohl fühlen oder nicht. Verhaltensforscher, die sich mit angenommener oder abgelehnter Architektur beschäftigen, bestätigen, dass die wichtigste Voraussetzung für eine akzeptierte oder abgelehnte Architektur ihre gelungene Emotionalisierung ist. Gefühltes Wissen wird in der modernen Planung ein immer wichtigerer Orientierungspunkt … – Wir sollten uns klar machen, das Emotion und Phantasie keine Logik zweiter Klasse ist, sondern Fakten des Unterbewussten.

cbw: Sicher, Raumerlebnisse sind immer emotional geprägt, ganz gleich, ob positiv oder negativ. In einem Ihrer Vorträge führten Sie aus, dass durch die Raumgestaltung seelische Komponenten angesprochen werden, die Auswirkungen auf unser Denken und Fühlen haben. Ich würde noch weitergehen und behaupte mal, dass selbst das Wollen, also unser Handeln, dadurch beeinflusst wird …

jk: Ganz sicher! Wir nehmen unsere Umwelt in einem viel stärkeren Maße war, als dies vielen Menschen bewusst ist – vielleicht sogar lieb ist! Die Umweltgestaltung fördert, stimmuliert, inspiriert oder hemmt unser Handeln …

cbw: Sie bestätigen also diese konkrete Beziehung zwischen Farbe und Mensch, die ja insbesondere Mitte des letzten Jahrhunderts ausgiebig interdisziplinär untersucht wurde. Ich nenne hier insbesondere die Studien und Tests von Frieling und Lüscher innerhalb des europäischen Lebensraumes. Insbesondere Lüscher mit seinem Farbentest war selbst Farblaien über viele Jahre hinweg geläufig und verhalf der Farbe damit zu einer gewissen Popularität.

jk: Ich halte diese Entwicklung für äusserst positiv, weil sich diese Beziehung Farbe-Mensch im Bewusstsein Vieler vertieft und in uns zu neuen Bedeutungsebenen führen kann.

cbw: Das Gestalten mit Farbe ist demnach nicht nur sehr verantwortungsvoll, sondern zugleich eine soziale Aufgabenstellung. Ich bin der Meinung, dass ein ausschließlich künstlerischer Impetus dem allein ebenso wenig gerecht werden kann, wie das Aufspringen auf einen zeitgeistigen Trend, in diesem Fall Farbtrend. Zu Trendgestaltungen würde ich gern von Ihnen etwas hören …

jk: Bei Malerei in der Architektur geht es nicht um Trends, sondern um langfristige Strukturen. Ich versuche in Büchern und Publikationen immer begreiflich zu machen, dass Farbe in der Architektur ein sich stets wandelbares, aber dauerhaftes Anliegen sein sollte, und fand es immer schädlich, atemlos auf immer neue Moden zu schielen. Farbe im Raum, dass ist kein Trend von Gestern, sondern eine Vision für eine ganzheitliche Gestaltung von morgen.  Die neue Welt ist die, die wir mit neuen Augen sehen, mit einem anderen Blick.

cbw: Wenn wir uns die heute gängige Innenarchitektur anschauen, wohl bemerkt nicht die Vorzeigeprojekte die da zum Teil ganz andere Maßstäbe setzen, so fällt eine bevorzugte Farbkombination von Weiß, Grau und Rot sowie Metalloptik ins Auge. Übrigens auch im Außenraum. Man kann sich des Eindruckes nicht erwehren, dass wenig bis keine Rücksicht auf Gebäude- und, oder auch, Raumfunktionen genommen wird, geschweige denn auf den betroffenen Menschen. Diese Farbkombination,  ich nenne das bewusst nicht Komposition, bewirkt ja wenig aktive Lebensfreude als viel mehr eine gewisse … Passivität. Möglicherweise als “kalkulierte Ruhe” ?

jk: Hier handelt es sich um Farbgebungen, die einen technokratischen, wirtschaftlichen oder ideologischen Hintergrund haben. Sie werden von der gedanklichen Ebene bestimmt –  von einem gewissen Tunnelblick aus. Farbe sollte aber, um ihre volle individuelle Wirkungsmöglichkeit zu entfalten, als Dialogmedium zu Mensch, Form und Inhalt, von Architektur zum umgebenden Raum, zur umgebenden Natur gesehen werden.

cbw: Bewusste Umweltgestaltung, Farbgestaltung, hat demnach auch eine politische Komponente …

jk: Farbe in der Architektur betrifft uns immer in einem wesentlich umfassenderen Sinn, als sich die meisten Menschen verdeutlichen.

cbw: Die Verbindung von Farbe und Funktion ist ein weites Feld. Es gibt die ästhetische Funktion, die Gebrauchsfunktion, informative Funktion … Würden Sie Ihre Arbeiten in eine der Kategorien einordnen?

jk: Obwohl bei mir die ästhetische Funktion überwiegt, bin ich erst zufrieden, wenn alle diese Ebenen befriedigend gelöst sind.

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cbw: Ganz gleich um welche Funktion es sich handelt, sie steht immer im Zusammenhang mit Licht. Ohne Licht keine Farbe, keine Form. Da sind wir jetzt an einem Punkt angekommen, der zu einem Bestandteil Ihrer Arbeit wurde: Farbe und Licht.

jk: Das Thema Farbe und Licht beschäftigt mich bereits seit Jahrzehnten. Hier hat sich über die Jahre natürlich der Blick verändert: Ich denke heute nicht nur darüber nach, wie gut eine Malerei an der Wand beleuchtet ist, sondern reflektiere über die lichttechnischen Eigenschaften von Wänden, über die Transparenz von Oberflächen, über Bild- und Lichträume – über die kreative Nutzung eigentlich unbegrenzter Potentiale.

Spannend dabei ist für mich: Nicht nur gemalte Oberflächen sprechen zu uns. Wir können auch die Beschaffenheit von Licht verändern und für unsere Inhalte, unsere Funktion, verändern: Licht kann glatt, aufdringlich, klebrig und steril aber auch elegant, geheimnisvoll, schmeichelnd oder heiter sein.

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cbw: Ihre aktuelle Publikation, dokumentiert auch Klinger-Projekte, wenn ich mich recht erinnere eine Installation in der Uniklinik in Würzburg? Wird der Lichtfaktor Ihre Arbeit zukünftig dominieren?

jk: Es geht mir nicht um Farbe oder Licht, sondern um das Zusammenspiel von Farbe UND Licht. Beides sind innnovative Werzeuge zur Verwirklichung kreativer Lösungen. Die Art und Weise wird durch Projekt und Aufgabenstellung entschieden.

cbw: Das ein Raummilieu wesentlich vom Licht bestimmt und beeinflußt wird, interessiert heute nicht mehr nur Lichtdesigner und Innenarchitekten. Das Licht ist längst auch ein Medium der Kunst geworden. Ist Ihnen dieser Kunstansatz nahe?

jk: Die funktionale Anwendung und die damit verbundene Unterordnung in der Architektur sind zwar die häufigste Verwendungsmöglichkeit, aber sie sind ja nicht die einzige Möglichkeit, mit Licht umzugehen. Mich interessiert, wenn das Licht bewusst als Träger von Emotionen und Inhalten wahrgenommen wird. Dies eröffnet neue Möglichkeiten der Wahrnehmung, des Transports von Informationen, Inhalten und Stimmungen. Mein Interesse wächst, mich in einer neuen Bild-Raumsprache zu äußern.

cbw: Herr Klinger, Ihre aktuellen Projekte sind über Europa verstreut, ich weiß von Luxemburg und Istrien. Können Sie für das Farbportal etwas “Licht” in diese Aufträge geben?

jk: Ich wähle aus den laufenden Projekt-Angeboten jene Arbeiten, die ich spannend finde und in die wir – als Team – unsere individuellen Fähigkeiten einbringen können. Eines davon ist ein Hotel in Luxembourg, zu dessen historischer Substanz wir behutsam eine Neuinterpretation historischer, sowie moderne Elemente hinzufügen. Bei einem Kempinski-Neubau an der Adriaküste in Istrien geht es gestalterisch um die Verknüpfung parallel existierender Grundgedanken: minimal und opulent. Diese Elemente werden an einigen Wänden zu einem sensiblen, überraschen Mix vereint.

cbw: Wenn Sie so länderübergreifend arbeiten, stellen Sie kulturelle Unterschiede fest die es zu berücksichtigen gilt?

jk: Darf ich die Frage so beantworten? Wo immer sich der regionale Ansatz, die Besonderheit des Ortes mit einbeziehen lässt, bin ich daran interessiert dies zu tun. Das ist Teil meines individuellen Ansatzes – der gerade im Zeitalter der Vervielfältigung –  den einzelnen Menschen, seine Geschichte, die Besonderheit des Ortes und das Raumunikat in den Mittelpunkt der Betrachtung stellt.

cbw: Herr Klinger, ich danke Ihnen herzlich für dies Interview und das zur Verfügung gestellte Bildmaterial.

Publikationen
Wandmalerei heute
Callwey Verlag
ISBN 3-7667-1316-7

Innovative Wandmalerei
DVA
ISBN 978-3-421-03397-0

Farbe und Licht
DVA
ISBN 978-3-421-03570-7

Add comment Februar 22nd, 2009

Architekturbeton.

Beispiele in München zeigen: Sicht- und Farbbeton bieten Architekten und Bauherren neue Möglichkeiten.

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Die Zeiten, in denen man Betonoberflächen verstecken musste, sind vorbei. Denn in der konstruktiven Bauteilbemessung, der Schalungstechnik, im Trennmitteleinsatz und auch in der Betontechnologie wurden in den vergangenen Jahren große Fortschritte erzielt. Nun haben auch Bauherren und Architekten den Beton als ästhetisch ansprechenden Baustoff entdeckt. Die Betonoberflächen werden dabei zur Gestaltung eingesetzt, Wirkung erzielen sie durch ihre Struktur oder ihre Farbe. Davon zeugen zahlreiche Objekte im Großraum München.
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Add comment September 16th, 2007

Ein strahlender Hauptgewinn für die Architektur.

Peter Zumthor stellt sein Bauwerk ganz in den Dienst der Kunst.

Manchmal entsteht Großes gerade dann, wenn sich starke Kräfte reiben. Dass ein anderer Bauherr, ein anderer Geldgeber, ein anderer Architekt die Arbeit an einem in jeder Hinsicht hochkomplexen Projekt wie Kolumba längst hingeworfen hätte, ist so unwahrscheinlich nicht. Mindestens aber mit jenen Kompromissen hätte man rechnen müssen, die normalerweise die Aussage eines Baus in die eine oder andere Richtung entscheidend schmälern. Natürlich ist es nicht so, dass sich das Erzbistum Köln, der so renommierte wie für seinen Dickkopf bekannte Schweizer Architekt Peter Zumthor und das ebenfalls mit sehr festen Vorstellungen ausgestattete Team des Kunstmuseums im Verlauf der mehr als zehnjährigen Planungs- und Bauzeit nicht auch intensiv gestritten hätten. Doch fanden sie immer wieder zusammen – zum Glück, denn das Ergebnis dieses so langwierigen wie konstruktiven Ringens ist ein weit über Köln hinaus strahlender, architektonischer Hauptgewinn. Und ein Schatzhaus, dessen Baumeister das Kunststück gelungen ist, seine durchaus auf Wirkung bedachte Architektursprache ganz in den Dienst der gezeigten Werke zu stellen.

Und dennoch spürt und fühlt der Besucher des Hauses, dass hier ein Architekt am Werk war, der es wie kaum ein anderer versteht, Stimmungen zu erzeugen und Raumwirkungen zu inszenieren. Das gelingt auf ganz unterschiedliche Weise: Einmal durch extreme Hingabe für das Detail, im Ergebnis zu bewundern etwa an den hölzernen, auf filigranen Stützen gelagerten Handläufen in den Treppenhäusern. Aber auch durch Reduktion der verwandten Formen – so gibt es etwa in den Ausstellungsräumen nur drei verschiedene Lampentypen, alle in jahrelangen Studien eigens für das Haus entwickelt. Zum anderen aber, und hier zeigt Zumthor seine ganze Meisterschaft, durch die Führung der Besucher durch die Raumfolge des Hauses, dessen Außenansicht mit den wenigen großformatigen, wie Bilder auf die Backsteinhaut aufgesetzten Fenstern, kaum Rückschlüsse auf die innere Organisation zulässt.

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Add comment September 16th, 2007

Eine neue Lebenskunst. bis 8. Juli 2007

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Murnauer Schlossmuseum zeigt Bauhaus-Ideen

Was dabei herauskommt, wenn die kreativsten Köpfe einer Generation zusammen einen Aufbruch wagen, überwältigt auch noch fast neunzig Jahre später: Die einst umstrittene Kunstschule „Das Bauhaus” prägt unser Denken, unsere Ästhetik, unser Design und unseren Anspruch an die Funktionalität bis heute. Deshalb ist es immer mal wieder nötig, sich die sprudelnden Ideen in Sachen Kunst, Wohnen und Leben rund um Walter Gropius vor Augen zu führen.

Im Schlossmuseum Murnau ist der Fokus dank der Sammlung Hochtief auf die frühen Jahre zwischen 1919 und 1925 in Weimar gerichtet: ein Beweis dafür, dass Bauhaus nicht nur Schlichtheit heißt, sondern eine Bündelung visionärer Vielfalt.

Der Weg „Vom Expressiven zum Konstruktiven”, so der Ausstellungsuntertitel, fasziniert: Johannes Itten hat 1919 seine pyramidenförmigen Würfelkonstruktion als Spiel logischer Stützkräfte in Gips modelliert.

Daneben überrascht der Kronos in vergoldetem Holz, flammend, schwingend, mystisch die esoterische Strömung bei Johannes Bertold verkörpernd. Farb- und Materialstudien und geistige Offenheit wurden in den Werkstätten der „Formmeister” praktiziert, ein Bekenntnis zum Experiment einerseits und zur zentralen Funktion andererseits.

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Ort:
Schloßmuseum Murnau
Schloßhof 4-5
82418 Murnau am Staffelsee
Öffnungszeiten:
Di – So (ganzjährig)
von 10 Uhr – 17 Uhr
Mo geschlossen

Zusätzlich von Juli – September:
Sa u. So bis 18 Uhr

Add comment März 25th, 2007

Sean Scully. Architektur der Farbe

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Sean Scully (*1945) zählt seit mehr als zwanzig Jahren zu den Repräsentanten
einer bewusst an die klassische Moderne anknüpfenden, den autonomen
Ausdrucksqualitäten der Farbe verpflichteten Malerei.
Die Ausstellung des Kunstmuseum Liechtenstein zeigt das Frühwerk des
Künstlers in Zusammenhang mit den späteren Werkgruppen. Der Fokus liegt
dabei auf dem konstruktiven, im weiteren Sinne architektonischen Charakter
der Farbe. Während sie bis Ende der siebziger Jahre einer strengen Bildstruktur
unterworfen ist, entfaltet sie seit Anfang der achtziger Jahre eine malerischhaptische
Qualität. Auch der Bildträger bekommt eine aufwendig gegliederte
architektonische Gestalt, zu der die Farbe, sei es in Form von Streifen oder
Feldern, ein lebendiges Wechselspiel eingeht. Im Verlauf der neunziger Jahre
beruhigt sich die Architektonik des Bildträgers. Die Farbe bewahrt jedoch
ihre malerische Freiheit und konstituiert fortan das Bild als solches – seine
stoffliche, strukturelle und räumliche Erscheinung. Anhand ausgewählter und
zum Teil erstmals öffentlich gezeigter Werke aus allen Schaffensperioden des
Künstlers offenbart diese Ausstellung einen Aspekt im Schaffen Scullys, der
bislang wenig Beachtung gefunden hat und gleichwohl von grosser Bedeutung
für die Entwicklung des Œuvres ist.

Die Ausstellung ist noch bis zum 21. Mai zu sehen.

Ort:
Kunstmuseum Liechtenstein
Städtle 32
FL-9490 Vaduz

Öffnungszeiten:
Di – So: 10 bis 17 Uhr
Do: 10 bis 20 Uhr

Add comment Mai 8th, 2006

Sabine Funke. Gemälde. Skulptur

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Ein Raum für Luis Barragán

Wandmalerei, Farbskulptur, Tafelgemälde

Sabine Funkes Malerei entwickelt sich ganz aus dem Gespräch zwischen Farben. Entgegen dem möglichen ersten Anschein geht es hier nicht um die rational-geometrisch bestimmte Bildvorstellung eines konstruktiven Programms. Vielmehr werden die Binnenformen dieser Gemälde durch die Dynamik der Farben souverän überspielt. Farbe ist ihr eigentliches Agens. Gerade die Spannung zwischen dynamisch nach vorn tretenden Farben, die durch weiche Pastelltöne perspektiviert werden, zeigt, ganz im Sinn von Josef Albers´ Lehre, dass Farben allein in der Beziehung zueinander das ihnen eigentümliche Sprachfeld ausbilden.

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Add comment Januar 22nd, 2006


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